Rezension zu Das dunkle Volk: Winternacht von Yasmine Galenorn

Mit „Das dunkle Volk: Mondschein“, dem ersten Band ihrer Reihe „Das dunkle Volk“, konnte mich Yasmine Galenorn nicht wirklich überzeugen, im zweiten Band „Das dunkle Volk: Mondschein“ ließ die Absurdität einiger ihrer Fantasy-Elemente dann aber nach und die Geschichte wurde doch noch unerwartet spannend. Und mit „Das dunkle Volk: Winternacht“ setzt sich diese Entwicklung erfreulicherweise fort, sodass das Buch tatsächlich überraschend fesselnd ist.

Was mich nach wie vor nervt, ist Protagonistin Cicely. Zwar bin ich in diesem Buch doch eindeutig besser mit ihr klar gekommen und fand sie sehr viel sympathischer als zuvor, aber im Hinblick auf die Liebesgeschichte war ich nach wie vor genervt von ihr. Denn während ihr Charakter sonst deutlich klarer und besser strukturiert wirkt und endlich den Schritt nachholt, den die Nebencharaktere bereits im letzten Band getan haben, ist sie in ihrer Beziehung zu Grieve nach wie vor deutlich anders als sonst und das hat mich halt doch sehr gestört. Nur wegen eines Kerls von starken, selbstständigen Frau zum völlig abhängigen Accessoire des Mannes? Nein, danke.

Trotzdem war die Geschichte an sich wirklich überraschend spannend. Nachdem sich die Absurdität des ersten Bandes gelegt hat und auch das gesamte magische System hinter Galenorns Welt nach der Lektüre des zweiten Bandes weit weniger konfus wirkt als zuvor, konnte ich hier endlich die düstere Atmosphäre genießen, mit der Galenorn, mit der geübten Routine einer Bestseller-Autorin, hier ihrer Welt Leben einhaucht, ohne dass die Geschichte dabei allzu abgedroschen wirkt. Ja, die Elemente sind Urban Fantasy typisch, aber so langsam bin ich wirklich auf den Geschmack gekommen und fange an die Art, auf die Galenorn sie umgesetzt hat, zu genießen.

Alles in allem hat mir „Das dunkle Volk: Winternacht“ unerwartet gut gefallen und mich durchweg positiv überrascht, auch wenn bei weitem noch nicht alle Schwächen ausgebügelt sind und noch einige Luft nach oben da ist. Dafür kommt die schaurig-schöne Atmosphäre von Galenorns „düsterem Märchen“ für Erwachsene hier voll zur Geltung, wodurch das Buch richtig Spaß macht und sehr fesselnd zu lesen ist.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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