Rezension zu Mami, warum sind hier nur Männer? von Volker Surmann

Volker Surmanns „Mami, warum sind hier nur Männer?“ ist ein zum Schreien komisches Buch, das einfach Spaß macht und für den einen oder anderen lauten Lachanfall während des Lesens sorgt. Was sich am Anfang fast wie eine Hasspredigt gegenüber Homosexuellen liest, entwickelt sich ganz schnell zu einer Lektüre, bei der man das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht bekommt.

So fängt alles damit an, dass Ilka ihren Mann während des Familienurlaubs auf Sardinien mit einer anderen im Bett erwischt und kurzerhand die beiden fünf und zehnjährigen Kinder Felix und Thea ins Auto packt und davon fährt. Weit kommen die drei aber nicht bevor Ilkas Auto einen Motorschaden hat und sie mitten im Nirgendwo festsitzen. Ohne fahrenden Untersatz und mit dem nächsten Flieger Richtung Heimat mehrere Tage entfernt sitzt die Familie ganz schön in der Klemme, wobei Rettung aus unerwarteter Richtung naht: Helmer Klotz, in den 50ern, schwul und Besitzer eines Gay-Resorts bietet Ilka und den Kindern Unterschlupf an.

Die Geschichte bedient dabei so ziemlich jedes nur erdenkliche Klischee, wodurch eine teilweise schon absurde Situationskomik entsteht – genau das ist es aber, was dieses Buch so unterhaltsam macht, denn an der Spannung oder Komplexität der Handlung lag das bestimmt nicht. Denn handlungsmäßig ist „Mami, warum sind hier nur Männer?“ relativ vorhersehbar, was beim Lesen aber eigentlich nicht stört, zumindest wenn man etwas mit dem Humor des Autors anfangen kann.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven verschiedener Charaktere, die allesamt mit teilweise fast schon karikaturartigen Zügen aufwarten, aber trotzdem sympathisch und authentisch wirken. Sie passen perfekt in diese Handlung, die im Endeffekt ein einziges Sammelsurium skurriler Fakten rund ums schwule Leben ist, voller absurder – und teilweise nicht gänzlich unwahrer – Klischees.

Alles in allem fand ich „Mami, warum sind hier nur Männer?“ von Volker Surmann total unterhaltsam und kann es nur wärmstens empfehlen. Da sämtliche ‚Szenebegriffe‘ hier ausführlich erklärt werden (wobei, wer weiß heutzutage nicht, was SM bedeutet, Fifty Shades of Gray sei Dank?), ist es auch nicht so, als müsste man irgendwelche ‚Vorkenntnisse‘ haben, um Humor und Klischees zu verstehen 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Mami, warum sind hier nur Männer? von Volker Surmann”

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