Rezension zu Rain: Das tödliche Element von Virginia Bergin

Oh weh, oh weh 🙁 Vielleicht sollte ich meine YA Urban Fantasy Leseabstinenz auch mal auf YA Dystopien ausweiten? Nach der Lektüre von Virginia Bergins „Rain: Das tödliche Element“ bin ich jedenfalls ernsthaft versucht das zu tun, denn dieser Roman war doch wirklich durch und durch nervig und sooo langweilig.

Dabei, hallo!, geht es um Killerregen! Killerregen, Leute! Ist das nicht eine wahnsinnig spannende Ausgangssituation für ein postapokalyptisches Abenteuer? Ich mein, Wasser ist immerhin einer der wichtigsten Rohstoffe und nun ist es plötzlich tödlich? Das hat doch wohl wahnsinnig viel Potential!

Ähm ja… Vielleicht in der Theorie. In der Praxis… Da scheitert es auf so spektakuläre Weise, dass es schon fast wieder faszinierend ist – allerdings nur fast. Denn insgesamt ist Protagonistin Ruby dann doch einfach zu dämlich, als das ich sie das komplette Buch über hätte ertragen können.

Ich meine, nur um es noch mal zu betonen, Killerregen! Und was tut Ruby? Sorgt sich um Make-Up, Klamotten, süße Typen und weibliche Konkurrenz. Ich fand sie geradezu unerträglich oberflächlich und so dumm, dass es kaum zu glauben war. Wie dieses Mädchen überhaupt bis zum Ende des Buchs überlebt, ist völlig rätselhaft – schließlich benutzt sie kostbares Trinkwasser lieber zum Haare waschen als zum Trinken, denn Wasser trinken ist ja langweilig.

Dazu kommt, dass die Geschichte auch noch von Ruby erzählt wird. Und die Autorin hat ihr einen äußerst eigenwilligen Erzählstil verpasst, der mir oft große Probleme bereitet hat, denn ich konnte Ruby einfach nicht nachvollziehen, ihre Einstellung scheint sich durch den plötzlichen Tod eines Großteils der Menschheit nicht geändert zu haben, ihre Prioritäten sind immer noch auf High School eingestellt.

Ach so, eine Handlung gibt es ja auch noch. Naja, oder eigentlich auch nicht. Denn im Grunde genommen passiert einfach nichts, nicht nur macht Ruby quasi keinerlei Charakterentwicklung durch, sie steht am Ende des Buchs auch so ziemlich genau dort, wo sie vorher stand. Woher kam der Regen, was soll gegen ihn getan werden, wie wird die Zukunft aussehen? Tja, gute Frage, nächste Frage.

Alles in allem war „Rain: Das tödliche Element“ von Virginia Bergin für mich ein echter Reinfall, mit einer fürchterlich anstrengenden Protagonistin und herzlich wenig Handlung, die aus einer Ausgangssituation voller Potential leider so gut wie nichts herausholen kann. Schade, aber von mir gibt es dafür eindeutig keine Empfehlung.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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3 Kommentare zu “Rezension zu Rain: Das tödliche Element von Virginia Bergin”

  1. So, das Buch wird eindeutig von der Leseliste gestrichen! Hab jetzt schon mehrfach schlechte Rezensionen zu dem Buch gelesen. Und diese Erfahrung muss ich nicht machen – da ist mir meine Lesezeit zu kostbar und mein Geld zu Schade für solche Bücher 😉
    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte! Die Aufmachung der Rezension gefällt mir übrigens sehr gut 🙂

    Liebste Grüße,
    Kasia

    1. Danke 🙂

      Ich habe ja auch einige recht begeisterte Rezensionen zu diesem Buch gelesen, aber meiner Meinung nach kannst du dein Geld wirklich besser investieren 😉 Da warte lieber, bis es das in der Bücherrei gibt oder so und leih es dir aus, wenn du es doch ausprobieren willst 😀

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