Rezension zu Feuer & Flut von Victoria Scott

Oh mein Gott! Dieser Roman von Victoria Scott war ja so, so, sooo schrecklich – in meinen Augen zumindest 😉 „Feuer & Flut“ ist einfach einer dieser Young Adult Romane, die mit einer so grässlich unfähigen Protagonistin daherkommen, dass man sich eigentlich nur wünscht, sie würde scheitern und sterben, weil alles andere schlicht und ergreifend realistisch wäre.

Aber natürlich läuft das nicht so, denn sonst wäre dieser Roman ja schon nach ein paar Dutzend Seiten zu Ende gewesen. Stattdessen erscheint der Ritter im strahlender Rüstung, ein Kerl so Klischee belastet, wie man es sich nur vorstellen kann. Dieser, der auch noch den passenden Namen Guy trägt, eilt immer dann zur Rettung der Protagonistin herbei, wenn diese auf sich allein gestellt eigentlich kläglich scheitern und untergehen würde.

Und von solchen Situationen gibt es viele, denn Tella – so heißt Miss Unfähig übrigens – nimmt am Brimstone Bleed teil, einen wegrennen, bei dem am Ende ein Heilmittel für ihren todkranken Bruder als Gewinn lockt. Sie erhält also eine Einladung von der sie weder weiß, von wem sie ist, noch so richtig sicher ist, was sie eigentlich erwartet – das ganze hätte also auch der Plan eines verrückten Axtmörders sein können. War immerhin bekommt immer ein Wundermittel, dass jede Krankheit heilen kann, so auch die von Tellas Bruder, dessen Erkrankung ja noch nicht einmal identifiziert wurde.

Wer würde so etwas tun? Wer würde ein mörderisches Rennen wie das Brimstone Bleed veranstalten, statt dieses Mittel zu verkaufen und damit ordentlich Kohle zu scheffeln? Wer hat überhaupt Zugang zu so einem Wundermittel, wenn die Medizin sich sonst kaum von dem, was wir heute kennen, zu unterscheiden scheint? Was mich auch direkt zur nächsten Frage bringt: Wann spielt „Feuer & Flut“ eigentlich überhaupt? Ich meine, es gibt wundersame Allheilmittel und den Teilnehmern des Brimstone Bleed werden genetisch veränderte Wundertiere als Helfer, Beschützer & Kämpfer zur Seite gestellt (Pokémon/Digimon lässt grüßen!), aber sonst? Die Welt des Romans scheint sich kaum von unserer zu unterscheiden, spielt „Feuer & Flut“ also in der unmittelbaren Zukunft/Gegenwart, in einer phantastischen Parallelwelt, oder doch irgendwo in fernen, zukünftigen Zeiten?

Leider scheint Victoria Scott keinerlei Wert auf solche Nebensächlichkeiten wie den Weltraumbahnhof zu legen bzw. beschlossen zu haben, dass sie sich diesen – eventuell aus vermeintlichen Spannungsgründen – für kommende Bände aufsparen sollte. Das führt allerdings nur dazu, dass es relativ frustrierend ist, sich im Laufe der Geschichte immer wieder diese Fragen zu stellen, ohne dass sie jemals wirklich beantwortet werden. Die wenigen Antworten, die es gibt, werfen mehr Fragen auf als sonst was.

Statt einer Geschichte mit stabilem Hintergrund, spannender Handlung und faszinierenden Charakteren gibt es in Victoria Scotts „Feuer & Flut“ also Fragen über Fragen, klischeehafte Figuren und rundherum einfach wahnsinnig viele Handlungselemente, die kaum nachvollziehbar sind. Schade, aber dieser Roman war in meinen Augen ein wahnsinniger Reinfall!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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