Rezension zu Aller Anfang fällt vom Himmel von Veronika Peters

Dieser Roman ist ganz überraschend auf meinem SuB gelandet und ich muss sagen, ich war anfangs nicht so wirklich neugierig darauf und habe es eine Weile in der Ecke liegen gelassen, bis ich dann erfahren habe, dass ich Autorin Veronika Peters im Rahmen des #blogntalk der Randomhouse-Verlage auf der Frankfurter Buchmesse treffen würde. Da dachte ich mir dann, dass ich doch zumindest mal in „Aller Anfang fällt vom Himmel“ reinlesen sollte, was ich getan habe und ich habe es auch zu Ende gelesen, so richtig begeistern konnte es mich aber nicht.

So hat Veronika Peters zwar einen weitestgehend wirklich angenehm zu lesenden Schreibstil, der es recht einfach macht, diesen Roman in einem Rutsch zu lesen, aber ich persönlich konnte einfach nichts mit ihren Charakteren anfangen, wobei in deren Dialogen auch die Sprache qualitativ nachlässt und sich sehr vieler abgedroschener Metaphern und gezwungen umgangssprachlicher Ausdrücke bedient. Im Zentrum der Geschichte stehen der alternde, verwitwete Deutschlehrer Korbinian und die siebzehnjährige Rebellin Billa, zwei gänzlich gegensätzliche Charaktere, die das Schicksal zusammenbringt.

Leider stellt sich Billa schnell als – für ihren Hintergrund – erstaunlich naives und nervtötend kindisches Gör heraus, das jede ihr entgegengebrachte Freundlichkeit mit geradezu lächerlicher Rebellion straft. Von dem starken, emanzipierten und klar definitierten Charakter, den ich mir hier gewünscht hätte, wär leider auch im weiteren Verlauf der Erzählung nichts zu sehen. Auch Korbinian konnte mich nicht überzeugen, denn auch wenn er und Billa deutlich weniger schemenhaft sind, als die Nebencharaktere – die wirklich nur blasse Skizzen sind -, wirklich ausgereift sind sie nicht und sie stechen, wie die gesamte Handlung, weniger durch Individualität und Originalität als viel mehr durch Klischees hervor.

Auch die Handlung war für meinen Geschmack recht durchwachsen, die blassen Figuren sorgen nicht unbedingt dafür, dass man von der Geschichte gefesselt wird und auch wenn es durchaus Szenen gab, die spannend, humorvoll oder einfach generell tiefgängiger waren, vieles bleibt eben leider doch sehr flach.

Alles in allem hat Veronika Peters mit „Aller Anfang fällt vom Himmel“ zwar keinen wirklich schlechten Roman geschrieben, es gibt immer wieder unterhaltsame Szenen, auch die Charaktere haben ihre Glanzmomente, aber richtig überzeugen konnte er mich eben leider nicht, dafür ist die Geschichte im großen und ganzen dann doch zu flach, zu 08/15 und einfach nicht originell genug.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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