Rezension zu Gebannt: Unter fremdem Himmel von Veronica Rossi

Veronica Rossi - Gebannt: Unter fremdem HimmelAdd on GoodReadsVeronica Rossi – Gebannt: Unter fremdem Himmel
 
Originaltitel: Under the Never Sky
Verlag: Oetinger
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 432
ISBN: 978-3789146206
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Gebannt
 
 

Getrennt durch zwei Welten, geeint im Überlebenskampf, verbunden in unendlicher Liebe.

Die siebzehnjährige Aria lebt in einer Welt, die perfekter ist als die Realität. Perry kommt aus einer Wildnis, die realer ist als jede Perfektion und in der wilde Stürme das Leben bedrohen. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr das Leben. Trotz ihrer Fremdheit verbindet die beiden die Verzweiflung und Sorge um die, die sie lieben. Aria will ihre verschollene Mutter wiederfinden, Perry ist auf der Suche nach seinem Neffen, an dessen Entführung er sich die Schuld gibt. Aria versucht, vor Perry zu verbergen, dass ihre Gefühle ihm gegenüber sich wandeln. Doch Perry hat dies längst schon entdeckt, aber nicht nur bei Aria, auch bei sich selbst. In diesem ersten Band ihrer Trilogie schreibt Autorin Veronica Rossi über große Gefühle und tödliche Abenteuer, über Mut und Sinnlichkeit und über eine Heldin, die ihre Stärke entdeckt. Dieses Buch ist zutiefst romantisch und packend und so aufregend, dass man es nur schwer aus der Hand legen kann vor Ungeduld, zu erfahren, wie es auf der nächsten Seite weitergeht!

 
 
Meinung:
 
Aria lebt in Reverie, einem der Biosphären, in sich geschlossene Ökosysteme, in denen die Menschen ohne Kontakt zur Außenwelt leben können. Aria interagiert mit anderen Menschen hauptsächlich über die Welten, digitale Welten, in die sich die Menschen mit einem einzigen Gedanken einloggen können und wo, laut Werbeslogan, alles besser als real ist. Durch diesen technischen Fortschritt wird direkter Kontakt zu anderen Menschen (physisch wie emotional) zu einer Seltenheit. Das Leben außerhalb der Biosphäre ist für Aria und ihre Freunde kaum vorstellbar und keiner von ihnen denkt besonders gut über die Menschen von außerhalb, weshalb sie sie auch „Barbaren“ nennen.

Perry ist ein Jäger und der Bruder des Anführers eines Barbaren-Stammes. Als Sohn eines Witterers und einer Seherin, ist er die einzige Person, die zweifach gezeichnet ist, die einzige Person, mit zwei dieser vererbbaren Gaben. Für ihn sind Aria und die anderen „Maulwürfe“ verwöhnt und verweichlicht…

Eins der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe! Es war für mich wahnsinnig faszinierend Aria auf ihrem Weg in die Wildnis zu folgen und sie auf diesem Weg zu begleiten. Im Gegensatz zu vielen anderen „Heldinnen“ gehört Aria weder zu denen, denen auf Anhieb alles gelingt, was sie anfassen, noch zu denen, die sich immer nur von anderen retten lassen. Sie ist zwar gut, was das Leben in der Wildnis angeht, wäre ohne Perry allerdings auch ziemlich aufgeschmissen. Sie steckt voller Selbstzweifel und Angst, was ihren Weg angeht, im Hinterkopf immer all das, was ihr im Pod über die Außenwelt eingebläut wurde. Gleichzeitig ist sie aber auch voller Entschlossenheit ihre Mutter wiederzufinden und die Wahrheit über sich und die Geheimisse der Pods aufzudecken, was ihr die Kraft gibt, immer weiter zu gehen.

Perry war mir ebenfalls auf Anhieb sympathisch. Als geborener Anführer liegt es ihm im Blut das bestmögliche für seinen Stamm zu tun. Doch sein eigener Bruder, der als der Ältere von ihnen der Anführer des Stammes ist und den Perry nur durch einen Kampf auf Leben und Tod von seinem Posten verdrängen konnte, steht ihm in dieser Hinsicht im Weg. Denn er scheint etwas ganz anderes mit dem Stamm vorzuhaben und die drohende Gefahr nicht wahrzunehmen. Perry ist innerlich zerrissen, hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zum Stamm und der Loyalität gegenüber seinem Bruder, doch mit der Entführung seines Neffens, für die er sich die Schuld gibt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen, um seinen Neffen wiederzufinden.

Auch die Beziehung zwischen den Beiden fand ich wirklich gut, denn Rossi schafft es die ganze Entwicklung, inklusiver anfänglicher Skepsis und Abneigung, vollkommen realistisch zu schildern, ohne dass irgendetwas daran überstürzt oder konstruiert wirkt. Ich konnte Perry zwischenzeitlich beinahe mit den Zähnen knirschen hören, wenn er sich mühsam am Zügel reißen muss, um Aria nicht einfach eine zu scheuern, weil sie ihre Zunge mal wieder nicht im Zaum halten kann. Und durch die von Kapitel zu Kapitel wechselnde Sichtweise erlebt man diese gesamte Entwicklung, die ja sowohl jeweils innerhalb der beiden Hauptpersonen als auch zwischen ihnen stattfindet, als Leser noch intensiver.

„Gebannt: Unter fremdem Himmel“ ist in meinen Augen ein ganz besonderes Buch. Obwohl die Brutalität der Welten, in denen Aria und Perry leben, schon früh sehr deutlich wird, ist das Buch nicht allein auf diesen Aspekt beschränkt, da die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten (die sich im Übrigen erst im letzten Drittel zu wirklicher Liebe weiterentwickelt) dem Ganzen ein wenig die Härte nimmt, ohne aber die Geschichte zu verweichlichen oder zu verkitschen, und dem Buch durch diese Beziehung und durch all die anderen wirklich gut ausgearbeiteten zwischenmenschlichen Beziehungen sehr viel Tiefe verliehen wird.

Ich habe die Geschichte mittlerweile viermal gelesen, erst als Galley, dann eBook, dann noch als Buch und zu guter letzt natürlich auch noch einmal in der deutschen Version. Daher kann ich dieses Buch nur voller Überzeugung an jeden weiterempfehlen 😉
 
 


Buy The Book Now at The Book Depository, Free Delivery World Wide
 
 
5 Sterne - Super

 
 
Die Autorin
 
Veronica Rossi, in Rio de Janeiro/Brasilien geboren, zog in ihrer Kindheit oft um und lebte in Mexiko, Venezuela, an der Ostküste der USA und schließlich in Kalifornien. Hier besuchte sie die Universität und studierte Schöne Künste am Californian College of the Arts in San Francisco. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Norden Kaliforniens und arbeitet als freie Autorin. Sie schreibt vor allem futuristische Romane für junge Erwachsene. Erste Ehren erwarb sie mit bisher unveröffentlichten Manuskripten auf amerikanischen Autoren-Wettbewerben, wo sie in der Kategorie Fantasy und Science Fiction auf den vordersten Plätzen rangierte. GEBANNT – UNTER FREMDEM HIMMEL, eine Liebesgeschichte in postapokalyptischen Zeiten, ist ihre erste Buchveröffentlichung und der erste Teil einer Trilogie.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

1 Kommentare zu “Rezension zu Gebannt: Unter fremdem Himmel von Veronica Rossi”

  1. Habe das Buch vor kurzem gelesen und fand es teilweise echt strange und manchmal dachte ich mir: „wie kommt eine Autorin nur auf solche Ideen?!“ Aber dennoch, tolle Rezension und ein tolles Buch! 🙂

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*