Rezension zu Royal: Ein Königreich aus Seide von Valentina Fast

Halleluja… Das waren zwei sehr durchwachsene Lesestunden. Nach dem ersten Band von Valentina Fasts „Royal“ Serie, der ja einfach mittendrin aufhört, war ich zu gleichen Teilen genervt vom abrupten Ende, amüsiert vom grenzenlosen Trash und gespannt auf den nächsten Band. Nach der Lektüre von „Royal: Ein Königreich aus Seide“, eben diesem zweiten Band, hat sich das doch ziemlich verschoben.

Ich bin frustriert, weil es einfach nicht weiter zu gehen scheint und weil die Geschichte schon wieder so kurz war, dass man sie in nicht einmal zwei Stunden einfach durchschmökern konnte, genervt, weil sich die Handlung immer nur im Kreis dreht und schon wieder mittendrin abbricht und alles andere als amüsiert, dass diesmal sogar über 10% des eBooks nicht mehr zur Geschichte gehörten, sondern Lesetipps und Leseproben enthielten (und dabei ist es egal, ob die offizielle Seitenzahl diese Leseproben enthält oder nicht, immerhin ist das hier ein eBook… Und auch bei einem gedruckten Buch finde ich es immer wieder nervig, wenn die Geschichte früher vorbei ist als gedacht, weil seitenweise Leseproben u.ä. dranhängen) – hätte man nicht einfach alle Bände der Geschichte in einem zusammenfassen können? Dann wären die Cliffhanger weggefallen und man hätte sich nicht mehr die Mühe machen müssen, die einzelnen Teile irgendwie über die magische 200-Seiten-Grenze zu pushen… Nun ja, es gibt vermutlich genug Leute, die diese häppchenweise Veröffentlichung der eBooks und die ach so „spannenden“ plötzlichen Enden gut finden, mein Ding ist es aber leider einfach überhaupt nicht.

Jetzt zur Geschichte! Die ist immer noch eine super trashige dystopische Disney-Prinzessinnen-Glitzer-Glamour-Version von „Catch the Millionaire“, die an sich spannende dystopische Kulisse, die zwischendurch sogar richtig bedrohlich wird, wird immer noch nahezu vollständig von Kerlen, Klamotten, Klatsch und Kitsch überschattet, was einerseits zwar ganz lustig und unterhaltsam ist, wenn man auf trashige Lektüren steht, andererseits auf Dauer aber leider auch ziemlich nervig werden kann, wenn man denn das Gefühl hat, dass sich gar nichts tut.

Und das Gefühl hatte ich hier definitiv, denn Tanya scheint sich immer nur im Kreis zu gehen, so richtig geht es mit ihr und den vier potentiellen Prinzen nicht vorwärts, auch wenn sich hier und da Vorlieben und Abneigungen herauskristallisieren, es scheint trotzdem nach dem Prinzip „ein Schritt vor, zwei Schritte zurück“ zu laufen. Und dieses Herumgeeier kombiniert mit dem Ende, das sogar noch abrupter kommt als im ersten Band und irgendwie total schwachsinnig ist, weil eigentlich relativ klar ist, wie es weiter geht, sorgt einfach dafür, dass ich nach der Lektüre von „Royal: Ein Königreich aus Seide“ rundherum frustriert war.

Alles in allem will ich einfach wissen, wie es weiter geht, ich will wissen, das da außerhalb der Glaskuppel los ist und ich will, dass die Charaktere endlich mal allesamt das Maul aufmachen und sich aussprechen, damit die ganze Geschichte voran kommt. Zufrieden bin ich mich Valentina Fasts Kreation nicht, eher ziemlich genervt, allerdings will ich gleichzeitig eben auch unbedingt wissen, wie die ganze Sache ausgeht. Daher kann ich abschließend nur sagen, Band 3 werde ich definitiv lesen, empfehlen kann ich die Serie aber definitiv nicht. Schade!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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