Rezension zu Spiel der Zeit von Ulla Hahn

Worte sind das, womit Ulla Hahn meisterlich umgehen kann und Worte ermöglichen es ihrer Protagonistin Hilla Palm sich die Welt zu erobern und über den Tellerrand ihres kleinbürgerlichen Elternhauses zu schauen.Im dritten Buch, der zum Teil autobiographischen Romane, hat Hilla es geschafft und geht aus der Kleinstadt am Rhein und der Enge ihres Elternhauses nach Köln um die Freiheit zu genießen und zu studieren. Das geschieht 1968 und Hilla gerät mitten hinein in die Zeit der Studentenrevolte. Doch schnell wird klar, dass ihre Vergangenheit auch ein Teil ihres Lebens ist. Erst als sie Hugo, Kommilitone und Sohn aus reichem Haus kennen und lieben lernt schafft sie es, die Vergangenheit zu bewältigen und frei zu werden für das neue Leben. Mit Hugo verbindet sie die Liebe zur Sprache und die Freude an der intellektuellen Herausforderung. Gemeinsam erlebt sie mit ihm die wilden 68er mit all ihren Facetten.

Nach „Das verborgene Wort“ und „Aufbruch“ schildert „Spiel der Zeit“ einen weiteren Abschnitt in Hilla Palms Leben, der gleichzeitig einen guten Einblick in ein Stück deutscher Geschichte zulässt. Für Leser, die ihre Kindheit und Jugend ebenfalls zu dieser Zeit im Rheinland verbracht haben, eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit, für die Jüngeren ein informativer Einblick in diese Zeit. Auch diesmal wieder hat Ulla Hahn es geschafft, mich derart zu fesseln, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und die 600 Seiten in Rekordzeit verschlungen habe. Absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht von ChristineBorg

ChristineBorg aka Frau Borg brachte als Krimi-Rezensentin etwas Abwechslung in die Buchauswahl auf "Anima Libri - Buchseele". Ihre Spezialität: Regionalkrimis deutschsprachiger Autorinnen. Frau Borg ist nicht länger als Rezensentin für diesen Blog tätig.

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