Rezension zu Das Tantenerbe von Trix Niederhauser

„Das Tantenerbe“ von Trix Niederhauser ist eins dieser ganz fiesen Bücher, die völlig normal anfangen, nicht allzu spannend, mit ein paar ganz netten Figuren, aber ohne irgendwelche großen Extras, nur um einen dann klammheimlich nach und nach in ihren Bann zu ziehen und nicht mehr los zu lassen, sodass man plötzlich ganz überrascht feststellen muss, dass die Uhr schon die Geisterstunde schlägt und das Buch vorbei ist.

Dieser Roman ist nicht perfekt, ganz gewiss nicht, so hatte ich zum Beispiel bis zum Schluss große Probleme damit, alle Figuren auseinander halten zu können. Es gibt einfach zu viele Figuren, die fast alle recht kurze Namen (Lisa, Caro, Ben, Klaus) haben, gerade die Frauen tragen häufiger Unisex-Namen (Micha, Alex, Dani, Chris) und viele tauchen nur hier und da mal am Rande der Geschichte auf, sodass es mir doch recht schwer gefallen ist, sie alle zuzuordnen, mich daran zu erinnern wer mit wem zusammen oder befreundet ist, etc.

Auch die Sprache war irgendwie… ungewohnt, nach einigen Seiten, auf denen ich immer wieder über etwas seltsame Begriffe und Formulierungen gestolpert bin, hat ein Blick in die Biographie der Autorin Aufklärung geboten, Frau Niederhauser ist nämlich Schweizerin. Das einmal geklärt, fiel es mir direkt deutlich leichter mich in ihrem Schreib- und Sprachstil zurecht zu finden und ich bin nicht ständig an irgendwelchen, für mein Sprachgefühl schrägen Ausdrücken hängen geblieben.

Die Geschichte selbst ist einfach herrlich locker-leichte Unterhaltung. Es ist faszinierend Micha bei ihren Nachforschungen rund um ihre berühmte Autorentante zu begleiten, auch wenn ich mir hier und da etwas mehr Infos gewünscht hätte. Ebenso unterhaltsam ist es, die Irrungen und Wirrungen von Michas Liebesleben zu verfolgen, das sich schlussendlich doch in eine ganz andere Richtung entwickelt, als man am Anfang denken würde.

Alles in allem ist „Das Tantenerbe“ von Trix Niederhauser ein humor- und gefühlvoller Unterhaltungsroman, der einen beim Lesen klammheimlich immer tiefer in seinen Bann zieht. Für alle, die auf der Suche nach schönem Lesestoff für gemütliche Couch- oder (immerhin soll ja irgendwann demnächst mal der Frühling kommen) Balkon- und Gartentage sind, ist „Das Tantenerbe“ definitiv eine Empfehlung wert und ich werde eindeutig die Augen nach dem nächsten Roman der Autorin offenhalten 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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