Rezension zu Das verbotene Eden: Logan und Gwen von Thomas Thiemeyer

Man liest ja oft, dass Leute mit dem zweiten Band einer Trilogie große Schwierigkeiten hatten, weil er nicht mit dem ersten mithalten konnte. Mir ist das zwar auch schon ein paar mal passiert, allerdings bislang immer bei Serien, bei denen ich den ersten Band zwar gut aber nicht toll fand. Band 1 der „Das verbotene Eden“-Trilogie allerdings fand ich absolut großartig. Von daher waren meine Hoffnungen für den zweiten Band natürlich groß. Allerdings haben sie sich leider nicht erfüllt.

Das lag vor allem am Wechsel der Protagonisten. Während David und Juna im ersten Band sozusagen den Ausbruch aus dieser Welt finden, in der zwischen Männern und Frauen nichts als Hass herrscht, geht die Geschichte im zweiten Band mit Logan und Gwen praktisch wieder von vorne los.

Logan und Gwen fehlen viele Einblicke und Erkenntnisse, die man als Leser bereits im ersten Band an der Seite von David und Juna gewonnen hat, sodass man sich wünscht, die beiden neuen Protagonisten hätten etwas mehr Vorwissen und bräuchten nicht so lange, um manche Dinge zu durchschauen, denn dadurch zieht sich das Buch sehr und hat auf mich stellenweise doch ziemlich gelangweilt.

Dadurch fehlt es dem Buch sowohl an Tempo, als auch an Entwicklung, denn anstatt dass sich die Geschichte von dem Punkt weiterentwickelt, an dem sie im ersten Band aufgehört hat, wird durch den Protagonistenwechsel vieles quasi noch einmal wiederholt und genau dadurch kommt auch erst sehr spät Tempo auf.

Dazu kommt vor allem, dass ich Gwen schon vom ersten Band her nicht unbedingt in bester Erinnerung hatte und sie mir in diesem Buch auch wirklich nicht sympatischer wurde. Ganz im Gegensatz dazu Logan. Denn der war mir schnell sympatisch und gerade während des schwerfälligen Anfangs war seine Storyline das, was mich am Lesen gehalten hat.

Das soll aber nicht heißen, dass das gesamte Buch langweilig oder gar schlecht ist. Im Gegenteil, es wird im späteren Verlauf durchaus noch spannend und die Geschichte nimmt richtig Fahrt auf, sodass ich dann doch sehr gespannt bin auf den dritten Band.

Das Problem mit „Das verbotene Eden: Logan und Gwen“ war einfach, dass ich teilweise das Gefühl hatte, dass das Buch mehr als eigenständiger Roman denn als Fortsetzung konzipiert war, sodass es für diejenigen, die den ersten Band bereits gelesen haben, zu Beginn etwas schwerfällig ist. Im Großen und Ganzen ist es allerdings ein solides Buch, dass zwar in meinen Augen nicht an den ersten Band heranreichen kann, aber durchaus lesenswert ist.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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