Rezension zu Das verbotene Eden: David und Juna von Thomas Thiemeyer

Buchkritik:

Wir schreiben das Jahr 2080, in den Ruinen Kölns leben David und die anderen Männer, teils in verschiedenen Klöstern, die der schwarzen Kathedrale (dem ehemaligen Kölner Dom) unterstehen, teils in Clans, unter der Herrschaft der Warlords. Die Frauen hingegen leben außerhalb der zerfallenen Städte, in kleinen Dörfern rund um ihre, in einem Vulkankrater gelegene, Hauptstadt Glânmor (irgendwo in der Vulkaneifel, wenn die im Buch abgebildete Karte korrekt ist, etwa in der Nähe von Zülpich). Die beiden Geschlechter verbindet ein tiefer Hass zu einander, der es ihnen unmöglich macht länger Seite an Seite zu leben, denn 65 Jahre zuvor hat ein schiefgegangenes Experiment einen Virus freigesetzt, der Frauen und Männer auseinander gerissen hat und doch verbindet den jungen Mönch David und die Kriegerin Juna mehr als nur Hass…

Endlich mal eine deutsche Dystopie! Ich lese ja gerne Bücher von deutschen Autoren. Besonders dann, wenn sie zu Themen sind, die, wie jetzt Dystopien, den Buchmarkt überschwemmen, denn ich habe festgestellt, dass sich die deutschen Bücher oft erfrischend von ihren englischsprachigen Pendants abheben. Das ist auch hier der Fall.

Thiemeyers Dystopie ist ausgefallen, die Idee, dass ein Virus bei Männern wie auch Frauen zu einem abgrundtiefen Hass aufs jeweils andere Geschlecht führt, wirklich interessant und vor allem wahnsinnig spannend umgesetzt. Dazu tragen vor allem die sehr gut durchdachten und sehr glaubwürdigen Charaktere einiges bei, die den Leser ganz schnell in ihren Bann ziehen. Seite um Seite folgt man ihnen durch eine Welt, die, obwohl sie so ganz anders ist als unsere, mit so viel Liebe zum Detail und in so leuchtenden Farben geschildert wird, dass man dem Autor direkt abkauft, dass unsere Zukunft vielleicht mal so aussehen könnte.

Der Anfang der Geschichte ist vielleicht etwas langsam, besonders im Vergleich zur sehr rasanten zweiten Hälfte, aber für mich persönlich hatte er genau das richtige Tempo, um sich in der Geschichte einzufinden und sich nötiges Hintergrundwissen anzueignen, die schnelle Action kommt noch früh genug.

Fazit:

Für Dystopie-Begeisterte jeden Alters ein absolutes Muss!

Das Cover:

Tja… Also das Grunddesign des Covers ist ja schön, mit der Karte im Hintergrund und auch der Kontrast zwischen der klaren Schrift im oberen Bereich und den beiden Personen im unteren Bereich ist gut gelungen. Schade ist nur, dass mir diese Frau doch sehr bekannt vorkam… Und siehe da, in einem Post auf Dystopische Literatur wurde mein Verdacht bestätigt, Junas Bild ist tatsächlich wiederverwendet und bereits auf anderen Covern aufgetaucht…
Etwas irritierend, aber da kann man nichts machen…

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Das verbotene Eden: David und Juna von Thomas Thiemeyer”

  1. Hallo

    Habe das Buch heute beendet und war auch sehr begeistert davon. Die Geschichte hebt sich wirklich von den anderen Dystopie Romanen die im Moment den Markt überschwemmen ab.

    Das Cover war überhaupt nicht meines, die zwei Menschen hätte man auch weg lassen können. Vor allem stelle ich mir David und Juna ganz anders vor. XD

    LG Sumpflicht

  2. Ich habe lange gebrauchtg bis ich in das Buch reingekommen bin. Ich glaube das Buch hat so jeder Buchtuber oder Blogger gelesen. Mich hat es erst gegen Ende überzeugt. Ziemlich Schade…aber so ist das eben! 😀

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