Rezension zu Blutkapelle von Thomas Erler

In Emmendingen, vor den Toren Freiburgs, wird nach einer Stadtführung, die Leiche der Veranstalterin auf dem Grab von Goethes Schwester gefunden. Kurze Zeit später stürzt der Archivar der Stadt eine Treppe hinunter. Er hatte angeblich ein unbekanntes Manuskript des Dichterfürsten in seiner Tasche, die aber seit dem Sturz verschwunden ist. Lothar Kaltenbach, Weinhändler aus Emmendingen, war in beiden Fällen vor Ort und wittert einen Zusammenhang.

Dieses Buch hat alles, was für einen guten Krimi nötig ist. Eine sympathische Hauptfigur, den Heimat verbundenen, gemütlichen Weinhändler Lothar Kaltenbach, mysteriöse Begebenheiten rund um den Dichter Goethe und  wundervolle Landschaften und Orte. Leider fehlte mir aber in diesem Buch die Spannung und ein schlüssiger Aufbau der Geschichte. Viele Dinge werden erst dann erwähnt, wenn es nötig ist für den Fortgang der Geschichte und erscheinen teilweise sehr konstruiert. Die Geschichte wird nur aus Kaltenbachs Sicht erzählt und bleibt dadurch sehr eindimensional, der Leser lernt die anderen Akteure nicht wirklich kennen. Eine sich ständig steigernde Spannung, die einen guten Krimi für mich ausmacht, habe ich in diesem Buch nicht gefunden. Das Geschehen gestaltet sich, trotz Thomas Erlers flüssigem Schreibstil, sehr zäh. Positiv zu erwähnen sind die Landschafts- und Ortsbeschreibungen, die Lust darauf machen, diese Region näher kennen zu lernen. Wenn man einen liebevollen Reiseführer durch den Breisgau sucht und keinen spannenden Krimi, dann ist man hier gut bedient.

Veröffentlicht von ChristineBorg

ChristineBorg aka Frau Borg brachte als Krimi-Rezensentin etwas Abwechslung in die Buchauswahl auf "Anima Libri - Buchseele". Ihre Spezialität: Regionalkrimis deutschsprachiger Autorinnen. Frau Borg ist nicht länger als Rezensentin für diesen Blog tätig.

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