Rezension zu Mystic City: Das gefangene Herz von Theo Lawrence

Auch wenn mir Dystopien mittlerweile doch eher zum Hals heraushängen, hin und wieder lese ich ja doch gerne welche. Und wenn die sich dann noch als so faszinierend und spannend wie „Mystic City: Das gefangene Herz“ herausstellt, umso besser.

Theo Lawrences Debüt hat mich direkt in vielfacher Hinsicht positiv überrascht. Zum einen ist es keine ‚reine‘ Dystopie, sondern zeichnet sich auch durch die Fantasyeinflüsse in Form der Mystiker, die alle über ganz individuelle magische Fähigkeiten verfügen, aus.

Dazu kommt, dass der Autor zwei ganz offensichtliche Inspirationsquellen hatte, von denen eine meine Begeisterung sowieso grundsätzlich mit absoluter Gewissheit erweckt, nämlich Venedig, das hier auf faszinierende Art und Weise mit einem futuristischen New York verschmilzt, und Romeo und Julia, ein Thema, das ich im Original zwar sehr mag, dem ich aber in aktueller Jugendliteratur eher skeptisch gegenüber stehe – zum Glück ist das ganze hier aber weit weniger kitischig und sehr viel stimmungsvoller als erwartet.

Schon die Grundidee dieses Buch fand ich wirklich toll: Aria hat ihr Gedächtnis verloren und jetzt soll sie jemanden heiraten, von dem zwar alle behaupten, er wäre ihre große Liebe, für die sie sogar ihre Familie hintergangen hat (immerhin ist Thomas der Sohn der verfeindeten Gangsterfamilie), an den sie sich aber einfach nicht erinnern kann. Was also soll sie jetzt tun? Als dann noch der Mystiker Hunter auftaucht, wird Aria klar, das hier mehr verkehrt ist als nur ihre fehlenden Erinnerungen.

Dank der spannenden Thematik, bei der Arias Suche nach ihrer echten großen Liebe zwar klar im Mittelpunkt steht, die aber weder übermäßig schnulzig noch besonders kitschig ist und stattdessen voller spannender Ideen, toller Umsetzungen der oben genannten Inspirationen und faszinierender, vielschichtiger Charaktere steckt, und dem angenehmen Schreibstil des Autors lässt sich „Mystic City“ schnell und flüssig lesen und ist so fesselnd, dass ich es zumindest in einem Rutsch gelesen habe.

Alles in allem hat mir „Mystic City: Das gefangene Herz“ daher auch ausgesprochen gut gefallen und ich bin gespannt darauf, wie die Geschichte wohl weiter gehen wird. Eine dicke Empfehlung an alle Dystopie-Fans.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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