Rezension zu Das jüngste Gericht von Terry Pratchett, Ian Stewart & Jack Cohen

Ich muss leider sagen, dass ich bei diesem Buch nicht das erhalten habe, was ich mir gewünscht hätte. Das soll nicht heißen, dass ich „Das jüngste Gericht“ schlecht fand, aber es war einfach nicht, was ich erwartet habe und ich bin auch nicht so ganz glücklich damit.

Dies ist der erste Roman über die Wissenschaft der Scheibenwelt, den ich je gelesen habe. Und das ist vermutlich auch der große Vorteil, denn wie die Autoren selbst im Laufe der Erzählung mehrfach drauf hinweisen, wiederholt sich in diesem Buch vieles, was auch in den vorherigen Büchern über die Wissenschaft der Scheibenwelt behandelt wurde.

An sich finde ich die Idee mit den abwechselnd fiktiven und wissenschaftlichen Kapiteln an sich sehr gut und dadurch, dass ich die bisherigen Bücher noch nicht kenne, gab es für mich auch in der Hinsicht keine inhaltlichen Wiederholungen. Allerdings bin ich sowohl anhand der Inhaltsangabe als auch durch die Tatsache, dass Pratchetts Name deutlich prominenter auf dem Cover steht als die seiner Co-Autoren, davon ausgegangen, dass der fiktive Teil hier einen Großteil des Platzes einnimmt.

Tut er aber nicht. Denn die wissenschaftlichen Kapitel nehmen ganz eindeutig sehr viel mehr Platz ein und Marjorie, die Dame, die von der Erde auf die Rundwelt befördert wurde, bleibt nicht mehr als ein ziemlich klischeehafter Schemen ohne Charakter, was ich sehr, sehr schade finde.

Denn so gut die wissenschaftlichen Kapitel auch gemacht sind – und sie sind sehr gut, informativ, hervorragend recherchiert und äußerst fundiert, auf einem ziemlich hohen Niveau und doch auch durchaus unterhaltsam – irgendwann wird es zu viel und da kein wirklicher roter Faden zu erkennen ist, verschwimmt das Ganze zum Ende hin zu einem dann doch recht repetitiven Blablabla.

Alles in allem fand ich „Das jüngste Gericht“ zwar gut und auch weitestgehend unterhaltsam und spannend, allerdings kann ich mich im Nachhinein dann doch nicht dazu überwinden dem Buch mehr als gute 3,5 Sterne zu geben, da es einfach nicht mit dem mithalten konnte, was ich mir erhofft hatte und ich mir denke, dass das Autorentrio das auch besser hinbekommen hätte.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

2 Kommentare zu “Rezension zu Das jüngste Gericht von Terry Pratchett, Ian Stewart & Jack Cohen”

  1. Also die Wissenschafts-Romane konnten mich auch nie überzeugen. Ich denke mal, bei diesem wird das nicht anders sein.
    Ich bleib lieber bei den reinen Pratchetts.

    Tolle Rezension!

    Alles Liebe, Chimiko

    1. Danke 🙂

      Ich dachte, ich taste mich mal langsam in Richtung der „reinen Pratchetts“ vor und versuche erstmal alles andere, bevor ich mich dann endlich an einen der „richtigen“ Scheibenweltromane wage – was ich mittlerweile im übrigen getan habe und ich muss sagen, es hat mir definitiv besser gefallen, als alle anderen Pratchett-Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und besser als mein erster, wenig berauschender Ausflug in die Scheibenwelt.

      Liebe Grüße
      Hannah

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*