Rezension zu Dunkle Halunken von Terry Pratchett

Ich muss ehrlich gestehen, ich habe bislang genau ein Buch von Sir Terry Pratchett gelesen und das fand ich nicht besonders toll. „Going Postal“ (dt. soweit ich weiß „Ab die Post“) ist einer seiner hochgelobten Scheibenwelt-Romane und auch wenn das Buch definitiv nicht schlecht war, hat mir jeglicher Zugang zu dieser Welt gefehlt, weshalb ich mich danach auch nie wieder an ein anderes Buch des Autors gemacht habe – bis ich jetzt „Dunkle Halunken“ entdeckt habe. Denn bei diesem Buch handelt es sich erfreulicherweise nicht um einen weiteren Scheibenwelt-Roman sondern einen ganz eigenständigen Roman, nämlich ein Kinder-/Jugendbuch, das im frühen viktorianischen London spielt.

Und zu meiner großen Begeisterung hat mir dieses Buch dann auch tausendmal besser gefallen, als das, was ich bisher von Pratchett kannte. Denn auch wenn „Dunkle Halunken“ definitiv kein perfektes Buch ist und die Storyline zugegebenermaßen nicht immer die beste ist, besonders im Hinblick auf das weitestgehend recht unglaubwürdige Timing, macht es einfach Spaß. Das Tempo der Geschichte ist ziemlich hanebüchen, der junge Protagonist Dodger wird quasi innerhalb weniger Tage von einem Waisen, der in Abwasserkanälen nach Wertsachen sucht zu einem Nationalhelden, aber genau durch diese Schnelligkeit der Geschichte, die man einfach akzeptieren muss, um das Buch genießen zu können, kommen eben auch die ganzen aberwitzigen Situationen zustande, in denen sich Dodger wiederfindet.

Doger selbst hat es mir dabei von der ersten Seite an angetan. Er ist sympathisch und lustig und auch wenn er, genau wie auch die meisten anderen Figuren, nicht allzu tiefgründig ist, macht es doch Spaß seine Geschichte zu verfolgen und sich mit ihm ins viktorianische London zu stürzen. Schon alleine deshalb, weil Pratchett hier direkt eine ganze Reihe historischer Figuren auftreten lässt, die allesamt immer wieder für spannende und unterhaltsame Szenen sorgen.

Man merkt dem Buch – gerade im Hinblick auf die Tiefe der Geschichte und der Charaktere – an, dass es hauptsächlich darauf ausgelegt ist zu unterhalten. Und genau das tut es auch absolut hervorragend. Alles in allem ist „Dunkle Halunken“ von Terry Pratchett ein durch und durch amüsanter Lesespaß, der mich zumindest großartig unterhalten hat.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Dunkle Halunken von Terry Pratchett”

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