Rezension zu Die Shannara-Chroniken: Elfensteine von Terry Brooks

Über die Fernsehserie zu Terry Brooks „Die Shannara-Chroniken: Elfensteine“ bin ich ganz zufällig gestolpert und war direkt begeistert, denn für Fantasyserien bin ich immer zu haben. Als ich dann festgestellt habe, dass die Serie auf einem Roman basiert, dachte ich mir ‚den will ich lesen bevor ich die Serie weiter schaue‘, aber ehrlich gesagt hätte ich mir das auch sparen können… Denn der Roman war wirklich erstaunlich langweilig und genau genommen ist der einzige Effekt dieses Buchs mein Ärger darüber, dass ich mich nun selbst gespoilert habe und weiß, wie die Fernsehserie ausgeht…

Dabei fängt alles so gut an, denn Terry Brooks erschafft für seine Geschichte keine eigene High Fantasy Welt, sondern siedelt sie viel mehr in einer post-apokalyptischen Version unserer Welt an, einer Version, in der es neben den Menschen (die sich zu vier verschiedenen Rassen entwickelt haben) eben auch Elfen gibt und schon immer gab. Diese leben nun alle in einer mittelalterlich angehauchten Gesellschaft, in der sich hier und da immer noch die Überreste unserer Welt finden. Ich war wahnsinnig gespannt darauf, mehr über die Hintergrundgeschichte dieser Welt zu erfahren, leider ist mir die Art, wie dem Leser diese Geschichte nahe gebracht wird, schnell auf den Geist gegangen.

Infodumping zieht sich durch den gesamten Roman. Ob in Dialogen (der Druide Allanon ist quasi der Herr der Infodumps, in seinen fast schon monologartigen Gesprächen mit Wil betet er ihm und dem Leser sämtliche wissenswerten Hintergrundinfos vor) oder mitten in der Handlung – meist sehr plötzlich und unsauber eingeschoben -, es wimmelt nur so von Absätzen, in denen dem Leser Infos relativ rabiat um die Ohren gehauen werden. Der Rest der Geschichte besteht größtenteils aus Abschnitten mit übertrieben ausführlichen und sich stetig wiederholenden Beschreibungen, die fürchterlich trocken zu lesen waren.

Ich muss ehrlich sagen, meiner Meinung nach hätte man das Buch auch gut auf die Hälfte der Seiten kürzen können, ohne dass irgendwas von der Handlung verloren gegangen wäre. Denn auch wenn ich detailreiche Fantasy im Stil von J.R.R. Tolkien durchaus mag, mit Terry Brooks Stil konnte ich einfach nichts anfangen und fand den Roman daher weitestgehend langweilig, für mich wollte einfach keine wirklich fantastische Stimmung aufkommen. Schade, aber mein Ding war „Die Shannara-Chroniken: Elfensteine“ von Terry Brooks wirklich so gar nicht.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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