Rezension zu Rette mich vor dir von Tahereh Mafi

Als ich Tahereh Mafis Debütroman „Ich fürchte mich nicht“ zum ersten Mal im Original gelesen habe, hat er mir gar nicht gefallen, weil ich mit dem Schreibstil der Autorin einfach nicht klar gekommen bin. Die deutsche Übersetzung hat mir allerdings erstaunlicherweise deutlich besser gefallen. Und das hat sich glücklicherweise auch auf den zweiten Band übertragen, denn auch hier hat mir der ausgesprochen gut gefallen.

Im Gegensatz zum Inhalt der Geschichte, denn der ist mir ab einem gewissen Punkt einfach nur noch auf die Nerven gegangen. Gerade im Bezug auf die Charaktere findet hier kaum eine Weiter- sondern eher eine Rückentwicklung statt. Vor allem Juliette wird wieder ganz und gar zum unselbstständigen und verängstigten kleinen Mädchen.

Mein Problem mit Juliette war vor allem, dass sie partout nicht in der Lage zu sein scheint selbstständig zu agieren – für sie gibt es immer nur reagieren, reagieren und reagieren und das in vielen Fällen nicht einmal ansatzweise angemessen und passend. Schade, denn diese fehlende Eigeninitiative gepaart mit ihrem auf Dauer schrecklich nervtötenden Verhalten gegenüber den Männern in dieser Geschichte sorgen dafür, dass Juliettes Verhalten es mir stellenweise wirklich schwer gemacht hat, an der Geschichte dranzubleiben.

Dabei war diese Handlungstechnisch gar nicht einmal schlecht sondern hatte mehr als nur eine spannende Entwicklung und auch die eine oder andere schöne Überraschung bereitgehalten, nur leider hatte ich das Gefühl, dass das unter dem oftmals naiven und teils auch wirklich dummen Verhalten der einzelnen Figuren untergeht, was die Geschichte leider nicht besser macht.

Alles in allem bin ich daher bei „Rette mich vor dir“ von Tahereh Mafi ungefähr genauso zwiegespalten, wie ich es schon beim ersten Band „Ich fürchte mich nicht“ war. Wem der erste Band gefallen hat, der sollte dieser Fortsetzung eine Chance geben, wer aber schon mit Teil eins nichts anfangen konnte, für den wird es – meiner Meinung nach – mit diesem Teil nicht besser werden.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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