Rezension zu Liebe braucht keinen Ort von Susan Waggoner

Ursprünglich sah die deutsche Inhaltsangabe aus wie folgt – Achtung, hier folgt ein dicker, fetter Spoiler!, wer den nicht lesen will, am besten bis zum drittletzten Absatz runterscrollen:

„Es ist das Jahr 2218: Lisa ist in ihrem zweiten Ausbildungsjahr zur Empathin – einer Seherin mit heilenden Kräften -, als sie ein geheimnisvoller Fremder aus ihrem hart erarbeiteten Gleichgewicht bringt. Obwohl sie sich als Empathin nicht verlieben darf, fühlt sie sich magisch angezogen von David. Aber dann entdeckt Liza, dass David ein Zeitreisender aus der Zukunft ist, der eine Mission zu erfüllen hat und in seine Welt zurückkehren muss. Für Liza tut sich ein Abgrund auf: Soll sie David in eine Zukunft folgen, in der sie keinen Platz hat? Kann die Liebe wirklich siegen, gegen alle Regeln und wider jede Vernunft?“

Diese Inhaltsangabe war ja Mal ein totaler Reinfall. Denn während David in der Inhaltsangabe des Bloomoon Verlags so schön als Zeitreisender bezeichnet wird, wird er über weite Teile des Buchs für ein Mitglied einer mysteriösen Alienrasse gehalten – was er und die Anderen seiner Art wirklich sind, nämlich die in der Inhaltsangabe erwähnten Zeitreisenden, wird erst auf den letzten Seiten des Buches enthüllt! Zwar kommt diese Enthüllung nur mäßig uberraschend, trotzdem ist sie das große Geheimnis des Buchs – und daher vielleicht noch unbedingt der sinnvollste Stoff für die Inhaltsangabe…

Allerdings war diese gelungene Inhaltsangabe, die erst einmal für große Verwirrung und schließlich ruinierte Spannung sorgt, bei dieser Geschichte sowieso nur ein weiterer Punkt auf einer langen Liste von Dingen, die meiner Meinung nach nicht allzu gelungen waren.

Dabei war der Anfang eigentlich wirklich vielversprechend, ich habe leicht in de Geschichte hinein gefunden und fand sowohl Charaktere als auch Hintergrundgeschichte auf Anhieb gut. leider geht es von da an relativ zügig bergab mit der Geschichte.

Wobei „zügig bergab“ ein wenig übertrieben ist, denn das Buch ist wirklich nicht schlecht, es lässt sich ganz gut lesen und ich habe es auch in einem Rutsch durch gehabt. Aber es ist eben auch nicht gut sondern höchstens mittelmäßig. Abgesehen von einem wirklich interessanten Hintergrund und anfänglich eigentlich sympathischen Charakteren konnte ich dann nämlich doch nicht allzu viel Gutes an „Liebe braucht keinen Ort“ finden.

Es passiert storymäßig einfach nicht allzu viel, dafür gibt es Instantliebe und herzlich wenig Charakterentwicklung. Dazu kommt, dass die Geschichte zum Ende hin erstaunlich holprig wird, es passiert plötzlich mehr als in der gesamten vorherigen Erzählung – so zumindest mein Eindruck – un dadurch passte das Tempo des Endes einfach nicht mehr so recht zu dem der vorherigen Erzählung.

Alles in allem ist Susan Waggoners Roman „Liebe braucht keinen Ort“ leider einfach nicht meins gewesen und ich würde es auch nicht weiter empfehlen. Trotzdem ist es in dem Sinne nicht schlecht und möglicherweise würde ich sogar den zweiten Band lesen, insgesamt gibt es aber nur so gerade eben 2,5 Sterne für das Buch.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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