Rezension zu Weiße Magie – mordsgünstig von Steve Hockensmith

Eigentlich sind Kriminalromane ja gar nicht mein Ding. „Weiße Magie – mordsgünstig“ von Steve Hockensmith hat es mir allerdings schon mit der Inhaltsangabe angetan – und konnte mich auch beim Lesen ziemlich überrzeugen!

20 Jahre nachdem sie sich zuletzt gesehen haben, erfährt Alanis vom Mord an ihrer Mutter – und da ihr Vertrauen in die Kompetenz der Dorfpolizei nicht allzu groß ist, macht sie sich kurzerhand auf, den Tatort und ihr eigentümliches Erbe zu begutachten. Denn vor ihrem Tod betätigte Alanis‘ Mutter sich als Tarotkartenlegerin – ein toller Job für eine Trickbetrügerin. Denn genau das war Alanis‘ Mutter und auch Alanis selbst ist inmitten der Machenschaften ihrer Mutter aufgewachsen. Und auch wenn sie der Trickbetrügerei eigentlich vor 20 Jahren abgeschworen hatte, um dem Mörder ihrer Mutter auf die Schliche zu kommen, übernimmt sie kurzerhand deren Tarotgeschäft.

Und an dieser Stelle wird es wirklich faszinierend, denn genau wie Alanis muss sich auch der Leser fragen, ist Tarot wirklich nur Humbug? Oder steckt irgendwie doch mehr dahinter? Denn die Karten scheinen tatsächlich erstaunlich passende Nachrichten zu erzählen, ganz ohne dass Alanis mit irgendwelchen Trickbetrügermaschen nachhelfen müsste. Und damit beginnt eine teils äußerst skurrile Suche nach dem Mörder ihrer Mutter.

Die Geschichte steckt dabei voller Wendungen und Überraschungen, vor allem sind es aber die Figuren, die den Roman von Steve Hockensmith so lesenswert machen.

Allen voran natürlich Alanis selbst, die nicht einmal ihren wahren Namen kennt und deren bewegte Vergangenheit – die in Rückblenden Stück für Stück offenbart werden – sie zu einer überaus interessanten Protagonistin macht, die voller Zynismus steckt und die einer Mutter, mit der sie im Leben nicht viel verbunden hat, außer Erinnerungen an eine ungeliebte Kindheit, zumindest im Tod Gerechtigkeit zukommen lassen will.

Aber auch die Nebenfiguren wie der Polizist Josh Logan, diverse ehemalige Kunden/Opfer ihrer Mutter und deren jugendliche Mitbewohnerin Clarice. All diese Figuren bringen so viel Schwung in die Geschichte und ihre Interaktionen mit Alanis triefen meist nur so vor Skurrilität und bitterbösem Humor – also genau mein Ding!

Alles in allem besticht „Weiße Magie – mordsgünstig“ von Steve Hockensmith vor allem durch diese gewisse skurrile Note, den oftmals ziemlich bösen Humor und dieses Gefühl von „Was wäre wenn“ im Hinblick auf die Tarotkarten, bei denen jeder für sich entscheiden muss, ob hier wirklich Magie im Spiel ist oder nicht. Ich jedenfalls bin wirklich gespannt auf weitere Romane aus dieser Serie und kann diesen hier nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*