Genre

Rezension zu Welt aus Staub von Stephan R. Bellem

Stephan R. Bellem - Welt aus StaubAdd on GoodReadsStephan R. Bellem – Welt aus Staub
 
Verlag: Ueberreuter
Format: Taschenbuch
Seiten: 397
ISBN: 978-3800095537
 
 
[mygenres]
 
 
 
 

Im Jahr 2177 ist die Erde ein toter Planet. Ein Pilz hat sämtliche Vegetation vom Angesicht der Welt getilgt und die überlebenden Menschen in die Zuflucht der Megacitys gezwungen. Einige wenige Reiche herrschen über Millionen von Mittellosen. In dieser dunkelsten Stunde der Menschheit erheben sich vier Menschen, um das Schicksal des Planeten zu verändern: Danny, ein junger Ingenieur in der einzigen Firma, die Lebensmittel herstellt, Tessa, eine Prostituierte, die sich Nacht für Nacht auf den Straßen einer der letzten Städte des Planeten durchschlägt, Elaine, eine Schmugglerin, die den sterbenden Planeten nach lebendigen Pflanzen absucht, die sie an den Meistbietenden verkaufen kann, und schließlich Sam, der an der ersten oberirdischen Plantage arbeitet, die die Menschheit vom Pilz befreien könnte. Wenn ihr Leben bis zu ihrer ersten Begegnung schon kein Zuckerschlecken war, so beginnt danach der Ärger erst richtig.

 
 
Meinung:
 
“Welt aus Staub” ist das zweite Buch von Bellem, an das ich mich heranwage. Meine erste Begegnung mit ihm war eher katastrophal, sein Roman “Bluttrinker” konnte mich so absolut nicht begeistern. Dass ich mich trotzdem an dieses Buch heran gewagt habe, ist vor allem einer sehr “nachdrücklichen” Buchempfehlung einer Freundin zu verdanken.
 
Und ich muss zugeben, so schlecht wie ich nach “Bluttrinker” dachte, finde ich Bellem dann doch nicht. Ich mag seinen Schreibstil immer noch nicht wirklich und ich glaube auch nicht, dass sich das noch großartig ändern wird, weshalb er es sicherlich nie unter meine Lieblingsautoren schaffen wird. Aber eins muss man ihm lassen: Die Geschichte, die er in “Welt aus Staub” gesponnen hat, ist wirklich wahnsinnig gut.
 
Es hat eine Weile gedauert bis ich mit der Geschichte warm geworden bin. Das lag zum einen an den für mich anfangs recht verwirrenden und unzusammenhängenden Handlungsträngen und zum anderen daran, dass mir die wenigsten Charaktere auf Anhieb sympatisch waren. Genau genommen mochte ich eigentlich nur Elaine, mit den restlichen Charakteren konnte ich eher wenig anfangen, auch wenn sie durchaus gut und realistisch konzipiert sind.
 
Der Weltenaufbau allerdings ist wirklich klasse. Ich konnte mich ohne jegliche Schwierigkeiten in diese Welt hineindenken, wodurch auch die Handlung sehr intensiv war. Es gab einige kleinere Stellen, die mir nicht so gefallen haben, ich finde es oft störend, wenn man durch wechselnde Perspektiven Dinge weiß, bei denen einer der Charaktere noch kapitellang auf dem Schlauch steht, das wirkt auf mich dann oft sehr heraus gezögert. Und auch das Ende war, im Vergleich zu der vorher sehr dichten, sehr eindringlichen und vor allem sehr schnellen Handlung, für meinen Geschmack zu schwammig und offen und driftete vor allem etwas sehr ins poetische ab.
 
“Welt aus Staub” ist übrigens, auch wenn es als Jugendbuch erschienen ist, nicht unbedingt eine “All-Age-Dystopie”. Auch wenn das Buch laut Bellem extra “entschärft” wurde, um es als Jugendbuch herausbringen zu können, enthält es immer noch eine Reihe recht gewaltvoller und sexueller Szenen, ist also wahrscheinlich eher etwas für Leser ab 16 Jahren aufwärts.
 
 
Fazit:
 
Insgesamt fand ich das Buch wirklich überraschend gut. Für Dystopiebegeisterte, vor allem für die etwas älteren, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert.
 
 
Das Cover:
 
Das Cover passt wirklich gut zum Buch und es ist vor allem wirklich gut gemacht.
 
 


 
 
4 Sterne - Sehr gut

 
 
Der Autor
 
Stephan R. Bellem wurde 1981 in Heidelberg geboren. Nach dem Abitur schloss er zunächst eine Lehre als Bankkaufmann ab, kehrte der Finanzwelt dann allerdings den Rücken, um Soziologie zu studieren. Zur Schriftstellerei kam er mit dreizehn Jahren: zunächst in Form von kurzen Texten für Rollenspiele oder Kurzgeschichten. Er lebt in Leipzig.
Sein Roman “Tharador” wurde beim Deutschen Phantastik Preis 2008 mit dem zweiten Platz in der Kategorie “Bester deutschsprachiger Roman” ausgezeichnet.
 
 

Inhalt:

  • http://booksforalleternity.blogspot.com/ Melanie S.

    Hach, da war ich so neugierig auf das Buch nachdem ich es entdeckt hatte und doch ist es noch ungelesen im Regal. Aber andere Dystopien hatten Vorrang und jetzt brauch ich erst wieder eine Pause… Aber es beruhigt mich, dass dir der Aufbau der Welt gefallen hat. Den Schreibstil muss man sowieso selbst ausprobieren und das ist bei mir auch stark stimmungsabhängig wie ich ihn aufnehme.
    Danke für eine toll geschriebene Rezension :)
    liebe Grüße

  • http://bookaddicted.de Bookaddicted

    Kann ich nur unterschreiben! Mir hat “Welt aus Staub” auch gut gefallen, aber es ist definitiv ein “Erwachsenen-Buch” oder wenigstens was für ältere Jugendliche.

    • http://anima-libri.de Filia Libri

      Krass fand ich ja, dass der Autor meinte, er hätte vieles nochmal “abgeschwächt”, damit das Buch als Jugendbuch verkauft werden kann. Ich will gar nicht wissen, wie die Originalversion war…

  • Pingback: Warum ich schreibe