Rezension zu Der Sommernachtsball von Stella Gibbons

Stella Gibbons - Der SommernachtsballLovelyBooks - In dein Regal stellenStella Gibbons – Der Sommernachtsball
 
Originaltitel: Nightingale Wood
Verlag: Manhattan
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 560
ISBN: 978-3442547265
 
 
[mygenres]  
 
 

Ein bezauberndes Aschenputtelmärchen aus dem England der 30er-Jahre

Viola Withers Leben ist gerade alles andere als märchenhaft. Arm wie eine Kirchenmaus ist die junge Witwe dazu gezwungen, mit der Familie ihres verstorbenen Ehemannes unter einem Dach ein eher freudloses Dasein zu fristen. Der mürrische Mr. Wither ist ein tyrannischer Geizhals, der keinen Hehl daraus macht, wie wenig er von seiner Schwiegertochter hält, und Violas Schwägerinnen sind beide keinen Deut besser. Allein die Aussicht auf den großen Wohltätigkeitsball kann Violas Laune heben – besonders, da Victor Spring ebenfalls dort sein wird, Spross der wohlhabendsten Familie am Ort und in Violas Augen ein wahrer Märchenprinz. Doch Victors Absichten in Bezug auf Viola sind, kurz gesagt, nicht besonders ehrenhaft …

 
 
Meinung:
 
Beim Durchlesen der Autorenbiografie ist mir erst einmal aufgefallen, dass die Autorin Stella Gibbons ja bereits seit über 20 Jahren tot ist. Und etwas Recherche zum Buch selbst hat dann auch schnell gezeigt, dass es sich bei „Der Sommernachtsball“ keinesfalls um einen erst vor kurzem entstandenen Rückblick in eine fiktive Version der 30er-Jahre handelt, sondern das Buch selbst bereits ein gutes dreiviertel Jahrhundert alt ist und damit ein zwar fiktives aber dennoch authentisches Zeitzeugnis des Englands der 30er-Jahre darstellt. Das verleiht dem gesamten Buch natürlich direkt noch einmal eine Extraportion Charme.

Was dieses Buch zu einer durch und durch unterhaltsamen Lektüre macht, ist die Art, auf die Stella Gibbons ihre Charaktere beschreibt. Die Beschreibungen sind so ausgefallen und ungewöhnlich und doch immer wieder absolut passend und perfekt zugeschnitten auf die jeweilige Figur. Teilweise beschreiben sich die Figuren selbst, entweder im Dialog oder über einen inneren Monolog – da die Erzählperspektive immer wieder wechselt, bekommt man einen hervorragenden Einblick in all die vielen verschiedenen Figuren -, teilweise werden sie aber auch von anderen Figuren beschrieben, immer jedoch verleiten diese Beschreibungen den Leser zumindest zum schmunzeln und verleihen den Charakteren gleichzeitig etwas wahnsinnig Realistisches, da auch ihre Schwächen auf wahnsinnig charmante Art beschrieben werden.

„Der Sommernachtsball“ ist eine Aschenputtel-Geschichte mit einigen kleinen Wendungen und Änderungen, einem ganzen Kader exzentrischer Figuren und sehr, sehr viel Charme. Die Geschichte ist eher ruhig, zwar immer wieder durchsetzt mit dezentem, feinem und sehr klugem Humor, aber keine Komödie, bei der die Leser seitenlang nicht mehr aus dem Lachen raus kommen. Stella Gibbons gibt mit diesem Buch einen sehr charmanten und authentisch-humorvollen Einblick in das Leben einer Familie des ländlichen Englands der 1930er-Jahre, der sehr schön zu lesen ist und den ich definitiv empfehlen kann.
 
 


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Mit herzlichem Dank an den Manhattan Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Manhattan
 
 
4 Sterne - Sehr gut

 
 
Die Autorin
 
Stella Dorothea Gibbons, 1902 in London geboren, besuchte die North London Collegiate School und studierte Journalismus am University College London. Sie arbeitete für diverse Zeitungen und Zeitschriften, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Büchern widmete. Ihre erste Veröffentlichung im Jahr 1930 war eine Gedichtsammlung, „The Mountain Beast“. Zwei Jahre später erschien ihr erster und zugleich bekanntester Roman „Cold Comfort Farm“. Es folgten weitere Bücher, unter anderem die charmante Aschenputtelgeschichte „Der Sommernachtsball“. 1933 heiratete Gibbons den Sänger und Schauspieler Alan Webb, mit dem sie eine Tochter bekam. Stella Gibbons starb 1989 in London.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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