Rezension zu Nerdikon: Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks von Stefanie Mühlsteph

Nerds! Geeks! Seltsame Menschen mit dickrandigen Brillen und Shirts mit komischen Aufdrücken. Oder so… Ich finde Bücher „Nerdikon: Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks“ von Stefanie Mühlsteph ja immer ausgesprochen lustig, besonders wenn sie teils widersprüchliche Fakten enthalten oder Dinge, bei denen ich mich frage, wo die Autoren ihre Infos herhaben. Dieses Buch war weder das eine noch das andere, und leider war es auch keins von den seltsamen Exemplaren, die tatsächlich interessante und neue Infos enthalten.

Der Nerd hat sich entwickelt. Er ist von einem Hänfling, den man in der Schulzeit an der Unterhose am Fahnenmast hisste, zu einem IT-Superhelden der Neuzeit geworden.

Nerdikon: Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks von Stefanie Mühlsteph, Seite 13

Stattdessen ist „Nerdikon“ eine Sammlung mehr oder minder schlecht recherchierter und zitierter Fakten – wenn einem jedes Semester aufs Neue eingebläut wird, wie wichtig richtige Zitationen sind, fallen einem falsche irgendwann einfach unschön auf. Und davon gibt es hier einige: So bedient sich Frau Mühlsteph immer wieder gerne bei Wikipedia und einschlägigen geekig/nerdigen Internetseiten, teils mit entsprechender Quellenangabe, nicht selten aber eben auch ohne. Plus, wie es bei Wiki nun mal schnell passiert, sie übernimmt teils falsche Fakten, yay!

Das Problem ist, dass das „Nerdikon“ gar nicht erst versucht, ein inhaltlich fundiertes, informatives Buch zu sein, sondern lieber einen humorvollen Blick auf Nerds und Co. werfen möchte, was an sich ja nicht schlecht ist, nur dass es halt leider so gar nicht gelingt. Dazu gibt es zu viele Kleinigkeiten, die inhaltlich nicht korrekt sind, zu viele Stellen, an denen ich Frau Mühlstephs Meinung so gar nicht zustimmen konnte und mich ihre teils recht engstirnigen Definitionen und einseitigen Blickwinkel doch sehr irritiert haben.

Wenn wir uns von den Klischeevorstellungen verabschieden, oder sie zumindest in einigen Aspekten als vollkommen irrelevant begreifen, können wir alle den kleinen Nerd in uns entdecken. Und lieben lernen.

Nerdikon: Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks von Stefanie Mühlsteph, Seite 41

Alles in allem war Stefanie Mühlstephs „Nerdikon: Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks“ zwar nicht so schlecht wie „The Fangirl’s Guide to the Galaxy: A Handbook for Girl Geeks“ oder „Die Weisheit der Nerds“ aber auch bei weitem nicht so gut wie „Geek Pray Love“ geschweige denn „The Secret Loves of Geek Girls„. Von der Idee her ganz lustig, aber leider in der Ausführung nicht besonders gelungen.

Für Fans von…

  • Nerds
  • Geeks
  • & Co?

Was andere Blogger sagen:

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Nerdikon: Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks von Stefanie Mühlsteph”

  1. Hallo Hannah,

    danke für deine ausführliche und gründliche Ausführung. Ich hatte mit dem Buch geliebäugelt, muss aber sagen, dass ich nun eher wieder davon abgekommen bin. Mich würden die angeführten Dinge viel zu sehr stören und ich könnte das Buch wohl kaum genießen.

    Schönen Wochenende für dich
    Noctana von Drachenleben

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