Rezension zu Die Seltsamen von Stefan Bachmann

Ich weiß auch nicht ganz, aber nach der wunderbar gestalteten Vorab-Aktion zu Stefan Bachmanns „Die Seltsamen“ auf www.das-magische-labor.de, hatte ich irgendwie etwas anderes erwartet. Vor allem wohl etwas deutlich erwachseneres. Dummerweise ist „Die Seltsamen“ aber, wie ich schnell feststellen musste, ein Kinderbuch. Und als solches konnte es meine Erwartungen leider nicht erfüllen.

An sich ist „Die Seltsamen“ ein Roman, der randvoll steckt mit faszinierenden, originellen Ideen. Für meinen Geschmack waren es aber schon wieder fast zu viele Ideen und Konzepte, die der Autor hier in dieses Buch gepackt hat, sodass das ganze schnell sehr überzogen wirkt. Trotzdem hat mich vieles auch begeistern können und es gab definitiv einige sehr interessante Ansätze was die Ideen und Konzepte angeht.

Auch Bachmanns Schreibstil ist wirklich gut. Mit großer Liebe zum Detail aber ohne dabei übermäßig blumig zu sein wirkt er sehr wortgewandt, ist gut und flüssig zu lesen und zieht einen schnell in seinen Bann. Allerdings wirkt der Erzählstil dem leider entgegen, denn er ist sehr gleichförmig und einseitig, was auf Dauer flach und langweilig wirkt.

Überhaupt fehlte mir die Tiefe in diesem Roman. Denn auch die Charaktere bleiben zwar nicht direkt oberflächlich, bekommen aber nicht die Chance sich so zu entfalten, wie ich mir das gewünscht hätte. Es mangelte an Dialogen zwischen den Figuren, an Reflexion über die Geschehnisse, an Substanz und Hintergrundinfos. Dafür gibt es unverschämt viele „glückliche Zufälle“, durch die Schwierigkeiten und Gefahren überwunden werden, was der Geschichte einiges an Glaubwürdigkeit nimmt.

Alles in allem ist „Die Seltsamen“ von Stefan Bachmann ein ganz beachtliches Debüt, aus dem man aber deutlich mehr hätte herausholen können. Für mich eine recht durchwachsene Lektüre, die mich trotzdem neugierig auf weitere Werke von Bachmann macht.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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