Rezension zu Verliebte Frauen ticken anders von Sophie Hart

Mit „Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee“ konnte mich Autorin Sophie Hart ja schon im letzten Jahr ziemlich begeistern. Daher waren meine Erwartungen an „Verliebte Frauen ticken anders“, den zweiten Roman der Autorin, dann auch relativ hoch und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – habe ich mehrere Anläufe gebraucht, um in die Geschichte hinein zu finden. Nachdem ich aber einmal den Einstieg gefunden hatte, war das Buch innerhalb weniger Stunden in einem Rutsch durchgelesen.

Wie schon der erste Roman kann auch dieser hier mit einem locker-leichten Schreibstil und einer klaren, angenehm zu lesenden Sprache punkten – hier auch Lob an Übersetzerin Andrea Brandl, denn ich habe in diesem Genre schon mehr als einen Roman gelesen, der unter einer grausigen Übersetzung gelitten hat. Hier aber passt es, wie schon in „Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee“, der ganze Roman hat einen frischen, lebhaften Stil und passt damit hervorragend zu den Charakteren.

Inhaltlich ist der Roman ebenfalls locker-leicht und amüsant: Im Zentrum des Geschehens findet der Leser die Therapeutin Annie, um die sich ein bunt gemischter Kreis von hilfesuchenden Paaren schart, von denen drei im Fokus der Handlungs stehen: Nick und Julia, deren sehnlicher Kinderwunsch ihre Beziehung überschattet, Zoe und Simon, die ihre Hochzeitsnacht durch ein sechsmonatiges Keuschheitsgelübde zu etwas Besonderem machen wollen, und Ray und Linda, deren Ehe nach dreißig Jahren reichlich lieblos geworden ist.

Ich muss sagen, es gibt gewisse strukturelle Parallelen zwischen diesem und dem ersten Roman von Sophie Hart, erneut findet sich eine Gruppe Menschen, die im Gespräch miteinander neue Erkenntnisse zu sich selbst und ihren Beziehungen gewinnen und auch neue Beziehungen knüpfen. Und wie schon die erotischen Romane in „Frauen, die lesen und Kaffee trinken“ ist es auch hier wieder der Sex, der die Figuren zusammenbringt, denn Annie ist Sextherapeutin – was wesentlich weniger pikant ist, als es erstmal klingt und auch wenn Sex definitiv eins der zentralen Storyelemente ist, bleibt der Roman immer geschmackvoll.

Alles in allem ist „Verliebte Frauen ticken anders“ von Sophie Hart ein humorvoller, fesselnder Roman über die Höhen und Tiefen von Beziehungen, darüber alte Liebe wieder aufleben zu lassen und neue Liebe zu entdecken. Mir persönlich hat der Roman nicht ganz so gut gefallen wie Sophie Harts Debüt, er war aber trotzdem klasse und daher definitiv eine dicke Empfehlung wert! Übrigens ist er der erste Teil einer mehr oder minder losen Reihe, im nächsten Band wird dann Julia zum Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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