Rezension zu Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee von Sophie Hart

Allein dieser Titel Sophie Harts „Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee“ ist eindeutig mein erstes Highlight des Jahres 2015. Mit viel Witz und Humor erzählt die Autorin von Freundschaften und Beziehungen, alten wie neuen, von Büchern und vom Lesen und von Geschichten wie aus dem echten Leben – so zumindest wirkt es beim Lesen dieses Schmökers.

Estelle, geschieden, alleinerziehend, Anfang 40 und Besitzerin eines kleinen Cafes versucht neue Kunden für dieses zu gewinnen und kommt auf die Idee eine Lesegruppe zu gründen und mit dieser alle zwei Wochen Treffen in ihrem Cafe abzuhalten. Es findet sich eine bunt zusammen gewürfelte Truppe in Cafe Crumb, bei der es bald um sehr viel mehr geht als nur die gemeinsame Lektüre.

Wobei es die schon in sich hat, denn nach einem eher behäbigen Start mit der Lektüre von Thomas Hardys „Tess von den d’Urbervilles“ landet als nächstes der (fiktive) Bestseller „Ten Sweet Lessons“ auf der Leseliste – ein Roman über eine unschuldige, jungfräuliche Collegeabsolventin und einen eigenbrötlerischen, attraktiven Milliardär mit einigen recht eigenen sexuellen Vorlieben. Na, erinnert das irgendwen an irgendein Buch? Klar, „Ten Sweet Lessons“ ist gar nicht ganz so fiktiv, wie man denken könnte, sondern eine recht eindeutige Anspielung.

Die bunte Truppe rund um Estelle entscheidet sich beim Thema zu bleiben und weiter erotische Romane zu lesen. Und rund um diese Lektüren entwickeln sich Freundschaften, erscheinen Beziehungen in neuem Licht, werden Wege aus dem tristen Alltag gesucht und neues Selbstbewusstsein gefunden. Kurz um, mit ihrer eigentlich ganz unschuldigen Idee um ihr Geschäft anzukurbeln, stellt Estelle nicht nur ihr eigenes Leben ziemlich auf den Kopf.

Sophie Hart erzählt diese Geschichte in einer flüssigen, angenehm zu lesenden Sprache, die sich der jeweiligen Perspektive – denn es wird immer wieder aus Sicht der verschiedenen Gruppenmitglieder erzählt – anpasst und den Charakteren dadurch zu großer Tiefe verhilft. Überhaupt konnte mich hier jede Figur auf ihre Art in ihren Bann ziehen, jede kommt mit einer ganz eigenen Geschichte daher, die gerade dadurch besticht, dass sie auch mitten aus dem echten Leben gegriffen sein könnte.

Für mich war „Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee“ von Sophie Hart nicht nur wegen des Titels ein wirkliches Highlight und ein Roman, der mich direkt wieder für den, „Bayou Heat“ von Alexandra Ivy und Laura Wright sei Dank, ja doch nicht ganz so erfolgreichen Start ins Lesejahr 2015 entschädigen konnte. Definitiv empfehlenswert 😉

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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3 Kommentare zu “Rezension zu Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee von Sophie Hart”

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