Rezension zu In ziemlich bester Gesellschaft von Sara Crowe

Sue ist 17 – und seit etwa einem halben Jahr Halbwaise, seit ihre Mutter sich zur Überraschung aller das Leben genommen hat. Ihr Vater hat in der Zwischenzeit eine neue Freundin gefunden und Sue flieht zu ihrer Tante und deren exentrischen Mitbewohnern auf Schloss Egham. Dort möchte sie auch ihr Vorhaben Autorin zu werden in Angriff nehmen und Tante Carol verspricht tatkräftige Unterstützung.

Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden. Das liegt vor allem an der seltsamen Erzählart, die eigentlich ein Tagebuch ist, aber mit Zeit- und Perspektivsprüngen zwischen Sue in der Gegenwart (1987) und Carol in der Vergangenheit, und an Sues Sprache, denn die ist… Ähm ja 😀 Sagen wir so, Sue hat ein kleines Problem mit Fremdwörtern und so fragt man sich an der einen oder anderen Stelle doch, was sie einem denn nun sagen will – hin und wieder ist es doch ein wenig Rätsel raten, bis man die Begriffe richtig eingeordnet hat.

Hat man sich aber einmal eingelesen, dann entwickelt die Geschichte schnell einen gewissen britischen Charme und auch der Humor ist durch und durch britisch, um nicht zu sagen herrlich 😉 Auch die Figuren entfalten nach und nach ihren Zauber und eigentlich will man nichts lieber, als sich zu ihnen in den Wintergarten von Schloss Egham zu setzen und einen Campari zu schlürfen. Hier und da grenzen die Figuren sicherlich ans Stereotypische, aber das macht sie trotzdem nicht weniger liebenswert-schrullig.

Im Zentrum der Geschichte steht die ganze Zeit über auch der Selbstmord von Sues Mutter, aber trotzdem hat „In ziemlich bester Gesellschaft“ von Sara Crowe die gesamte Zeit eine sehr positive Stimmung, was nicht zuletzt natürlich an Sues eigener, optimistischer Weltsicht liegt. Sara Crowe erzählt hier eine humorvolle Coming Of Age Story, die sich, nach etwas Eingewohnung, ganz hervorragend durchschmökern lässt und einen vor allem mit dem schrägen, leicht verrückten und irgendwie einfach britischen Charme in ihren Bann zieht.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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