Rezension zu Steine tun nicht weh von Sanne Hipp

Die Ärztin Hanna ist jung, reich, schön und erfolgreich. Sie hat im Leben klare Ziele, eine Vorliebe für übertriebene Autos und ist seit kurzem geschieden. Sie beschließt kurzerhand ein Sabbatjahr in einer regionalen Klinik irgendwo im Nirgendwo hinzulegen – ein Jahr und keinen Tag mehr, immerhin will sie ja nicht im Hinterland versauern, wo ihr Talent doch sowieso nur vergeudet ist.

Es kommt wie es kommen muss und natürlich bringt eine Frau Unordnung in Hannas klar geplantes Leben. Die leitende Schwester in der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses, in der Hanna anfängt, lässt sich von der Neuen nicht ohne weiteres unterkriegen – beruflich nicht und privat erst recht nicht. Nun ja, wie die Geschichte letztendlich ausgeht ausgeht, ist wohl jedem klar.

Und Sanne Hipps „Steine tun nicht weh“ bietet auch keine wirklichen Überraschungen, aber damit habe ich auch nicht gerechnet, wird die Autorin doch schon in der Beschreibung als „eine Vertreterin der leichten, lesbisch-romantischen Unterhaltung“ angepriesen. Und genau so ist das Buch dann auch, locker, leicht und humorvoll, ohne großes Auf und Ab, aber angenehm und unterhaltsam zu lesen. Ich jedenfalls hatte großen Spaß an der Geschichte.

Einziger Minuspunkt: Das Ende, denn da wird es plötzlich ziemlich hektisch und die Figuren fallen hier und da ein wenig aus ihren Rollen, damit die Handlung noch schnell zum Abschluss gebracht werden kann. Menschen, die vorher privat völlig zurückgezogen waren, hängen ihr Privatleben plötzlich an die große Glocke und Erwachsene, die alles genauestens planen, treffen ziemlich übereilte Entscheidungen. Das ist dann doch ein wenig schade.

„Steine tun nicht weh“ ist Unterhaltungslektüre der seichtesten Art, aber da schon in der Inhaltsangabe ein entsprechender Verweis drin steht, dürfte es eigentlich niemanden überraschen. Mir jedenfalls hat es nichts ausgemacht, dass Sanne Hipps Geschichte doch relativ flach war, denn mehr hatte ich nicht erwartet und der Unterhaltungsfaktor war für mich trotzdem eindeutig gegeben.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*