Rezension zu Die Denkerfürsten von Samantha Shannon

Es ist ja schon eine Weile her, dass der erste Band von Samantha Shannons „The Bone Season“ erschienen ist – gut zwei Jahre – und ich muss sagen, meine Erinnerungen an „Die Träumerin“ waren lückenhaft, als ich angefangen habe den zweiten Teil „Die Denkerfürsten“ zu lesen. Allerdings ist mir der Wiedereinstieg in die Geschichte erstaunlich leicht gefallen, obwohl die Autorin die Infodump-artigen Sequenzen, mit denen sie den Anfang des ersten Bands noch vollgestopft hatte, nicht wiederholt hat – zum Glück!

Denn allein daran merkt man schnell, dass sich Samantha Shannon im Vergleich zu ihrem Debutroman deutlich verbessert hat, die ganze Geschichte wirkt dadurch ausgereifter, die Informationen werden dem Leser nicht mehr einfach hingeschmissen, sie werden durch die tatsächliche Handlung vermittelt, was einen deutlich mehr in den Bann der Geschichte und ihrer Charaktere zieht – und die ist wirklich spannend!

Wie schon der erste Band hat auch „Die Denkerfürsten“ diese gewissen düster-magische Atmosphäre, die mich schnell in ihren Bann ziehen konnte. Die Geschichte selbst ist vielleicht nicht unbedingt die schnellste, sie entwickelt sich dafür aber in einem realistischen Tempo, eine erfreuliche Abwechslung zu Geschichten mit überstürzten Wendungen und Abschlüssen, die alles außer realistisch wirken. Mich persönlich hat das langsamere Tempo der Geschichte nicht wirklich gestört, denn es gibt einem die Zeit, sich voll und ganz auf die Geschichte und ihre Charaktere einzulassen.

Zur Handlung selbst will ich eigentlich gar nichts sagen, denn das würde dem Roman doch einiges an Spannung nehmen, nur so viel: Ich fand die vielschichtige und abwechslungsreiche Geschichte mit all ihren facettenreichen und dreidimensionalen Charakteren wirklich überzeugend und bin nach wie vor sehr gespannt auf den Rest der insgesamt ja wohl siebenbändigen Serie.

Für alle Fans düsterer, fantastisch angehauchter Dystopien ist Samantha Shannons „The Bone Season“ definitiv eine dicke Empfehlung wert, denn wo der erste Teil „Die Träumerin“ noch seine Schwächen hatte, kommt „Die Denkerfürsten“ schon deutlich stärker und ausgereifter daher und weckt große Neugierde darauf, was die Autorin wohl noch so leisten kann – sie scheint ja noch fünf Bände offen zu haben, um ihr volles Potential zu entfalten.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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