Rezension zu Voodoo Girl von Roxanne Rivington

Okay, ich muss zugeben, nachdem ich Roxanne Rivingtons „Voodoo Girl“ beendet hatte, war ich bitterlich enttäuscht: Die Geschichte um die 16-jährige Zoé hört nämlich einfach auf und wenn man nicht weiß, dass es sich bei diesem Roman um den Auftakt zu einer Trilogie handelt – weil es nämlich weder auf der Seite des Verlags noch im Buch einen Hinweis dazu gibt und ich mich irgendwie darin verrannt hatte, hier einen dieser seltenen Einzelbände vorliegen zu haben – dann führt das doch zu ziemlich großer Enttäuschung.

Mittlerweile hat mich allerdings die Autorin darauf hingewiesen, dass „Voodoo Girl“ eben kein Einzelband ist sondern der erste von drei Teilen, nur dass bislang wohl nur dieser erste Teil beim Verlag unter Vertrag ist. Trotzdem hat das mein Hauptproblem mit „Voodoo Girl“ natürlich in ganz neue Perspektiven gerückt, denn zwischen einem Roman, bei dem man das Gefühl hat, dass die Story einfach abbricht und einem Trilogieauftakt mit Cliffhanger. Statt des einen Sterns, den ich dem ganzen unter falscher Annahme gegeben hätte, gibt es daher auch 3,5 Sterne mit viel Potential für den Rest der Trilogie!

Denn die Geschichte von Zoé ist alles andere als uninteressant. Als die Teenagerin sich aufmacht um in Haiti nach ihren Wurzeln zu suchen, ist ihr nicht bewusst, dass sie mitten ins größte Abenteuer ihres Lebens schlittert. Zwischen irischen Priestern, Voodoozaubern, Piraten und ambitionierten Taxifahrern mit denen sich Zoé und ihre Tante im Haiti der Gegenwart rumschlagen müssen, gibt es da auch noch die Rückblenden zu den Sklavenaufständen im Haiti des späten 18. Jahrhunderts – wie das zusammenhängt, offenbart sich erst im Laufe der Geschichte.

Was mich an „Voodoo Girl“ vor allem überzeugt hat, waren die offenbar sehr gut recherchierten Hintergründe. Nicht, dass ich auch nur den Hauch einer Ahnung von Haiti oder Voodoo oder eigentlich auch sonst irgendeinem Thema des Romans habe, aber die ganze Geschichte und all ihre Hintergründe scheinen schlüssig und sind auch überaus faszinierend. Ich muss gestehen, mit den Charakteren konnte ich nicht immer ganz so viel anfangen, die waren mir teilweise etwas zu überzeichnet und etwas zu oberflächlich, aber da gibt es natürlich in den nächsten Teilen noch Raum zur Verbesserung.

Alles in allem? Nach meiner anfänglichen, bitteren Enttäuschung über das vorzeitige Ende, dass alles offen lässt, was interessant ist, und mit der zusätzlichen Information, dass die Geschichte eben nicht zuende ist sondern noch weiter gehen soll, muss ich zugeben, dass mich Roxanne Rivington mit „Voodoo Girl“ doch ziemlich begeistern konnte. Sicher, die Geschichte ist nicht perfekt und hatte die eine oder andere Länge, hauptsächlich, weil mir die Charaktere manchmal ein bisschen auf den Geist gegangen sind, aber die faszinierenden und offenbar so gut recherchierten Hintergründe machen das wieder wett und lassen auf eine großartige Fortsetzung hoffen!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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