Rezension zu Dark Triumph: Die Tochter des Verräters von Robin L. LaFevers

Mit dem ersten Band dieser Serie, „Grave Mercy“, war ich ja eher unzufrieden, denn ich konnte zum einen mit Protagonistin Ismae nicht allzu viel anfangen und zum anderen war mir die Geschichte viel zu kitschig und konnte nicht mit meinen Erwartungen an die „Assassinen-Nonnen“ mithalten. Nun hat „Dark Triumph“ aber erfreulicherweise eine andere Protagonistin und tatsächlich auch eine deutlich düsterere Atmosphäre.

Sybella, die Lesern des ersten Bandes nicht unbekannt ist, steht nun im Mittelpunkt der Geschichte und auch wenn Ismaes Hintergrund im Grunde genommen bereits düster war, ist ihrer doch noch viel düsterer und vor allem sehr viel präsenter. Denn Sybella muss dahin zurückkehren wo sie nie wieder hinwollte und LaFevers erweckt die Vergangenheit ihrer Protagonistin eindrucksvoll zum Leben.

Daher ist das Buch teilweise wirklich hart und, meiner Meinung nach, nicht immer unbedingt wirklich für jüngere Leser geeignet. Während ich den ersten Band noch in vielerlei Hinsicht als sehr abgeschwächt und weichgespült empfunden habe, werden Gewalt und Missbrauch jeglicher Art hier sehr viel eindringlicher dargestellt und ich fand diese Darstellung leider nicht immer ganz gelungen, auch wenn sie im großen und ganzen doch sehr gut in die Geschichte gepasst hat und ihr sehr viel mehr Tiefe gegeben hat als dem ersten Band.

Auch die Charaktere waren mir deutlich sympathischer als im ersten Band. Sybella fand ich, trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrer anfänglichen Kälte – und so wirklich viel ‚wärmer‘ wird sie während der Geschichte auch nicht – zwar nicht direkt sympathisch aber sehr interessant und ich fand es ausgesprochen spannend mehr über sie zu erfahren. Auch die Liebesgeschichte ist hier so viel besser als in „Grave Mercy“. Denn Sybellas ‚verletzter Krieger‘ ist so überhaupt nicht perfekt und wird gerade durch diese Imperfektion absolut perfekt für Protagonistin und Geschichte. Und auch die ‚bösen‘ Charaktere, die teilweise wirklich abscheulich waren, sind gut umgesetzt und wirken – zumindest meistens – realistisch und mehrdimensional und nicht so flach wie viele andere Bösewichte.

Dazu kommen eben das faszinierende mittelalterliche Setting und der einnehmende Schreibstil (der mir in der Übersetzung nach wie vor besser gefällt als im Original) und in diesem Band auch endlich all die fesselnde Action und die überraschenden Wendungen, die ich im ersten Band so vermisst habe. Hier gewinnt die Geschichte wirklich an Schwung und wurde dadurch, für mich, sehr spannend und fesselnd.

Alles in allem ist „Dark Triumph: Die Tochter des Verräters“ eine tolle Fortsetzung, bei der sich die Autorin deutlich gesteigert hat, und ein Buch, das zwar sehr düster aber auch spannend war und mich trotz einiger Längen und Schwächen begeistert hat.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

1 Kommentare zu “Rezension zu Dark Triumph: Die Tochter des Verräters von Robin L. LaFevers”

  1. Mir hat Grave Mercy eigentlich ganz gut gefallen. Mal sehen, ob ich mir den zweiten Teil auch kaufe. Er ist schon auf meinem Wunschzettel 😀

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: