Rezension zu Grave Mercy: Die Novizin des Todes von Robin L. LaFevers

Als ich das Buch erstmals auf Englisch gelesen habe, fand ich es gelinde gesagt… ätzend. Da ich es dann aber auf Deutsch in die Finger bekommen habe, habe ich einfach nochmal rein gelesen und auch wenn es immer noch kein Hit ist, hat es mir auf Deutsch und beim zweiten Lesen doch deutlich besser gefallen.

Die Sprache gefällt mir in der deutschen Übersetzung wirklich gut, da hat die Übersetzerin wirklich das Beste aus dem Schreibstil der Autorin herausgeholt. Gemeinsam mit der faszinierenden, mittelalterlichen Welt, die die Autorin geschaffen hat, hat mich das Buch direkt in seinen Bann gezogen.

Die Protagonistin Ismae finde ich nach wie vor nicht allzu interessant, sie ist die gesamte Geschichte über vom Wesen her eher unsympathisch gewesen. Es war ihre Geschichte, die mich gefesselt hat und eben die Welt, die sich um diese Geschichte herum aufbaut.

Das gesamte Konzept eines Gott des Todes, der irgendwie an einen Haufen Töchter kommt, die dann in einem Kloster zu Assassinen ausgebildet werden, fand ich unglaublich interessant. Und auch wenn mir Ismae ziemlich unsympathisch war, hat sie doch perfekt in diese Welt hineingepasst und ich war wahnsinnig gespannt auf das Buch, obwohl ich ja eigentlich schon wusste, wie es weiter geht.

Von daher war es nicht so enttäuschend wie beim ersten Mal, als dann auf einmal dieser Cut kam, mit dem Ismaes komplette Ausbildungszeit im Kloster einfach übersprungen wurde. Schade, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass es total spannend geworden wäre, mehr darüber zu lesen, wie Ismae sich in ihr neues Leben einfindet und was sie eigentlich im Kloster lernt.

Aber was im Original nicht da ist, kann man in der Übersetzung ja schlecht dazudichten. So ging es mit dem Buch dann auhc erwartungsgemäß eher mau weiter, wobei der Schreibstil der Übersetzung wirklich viel wett gemacht hat. Trotzdem ist das Ganze immer noch mehr eine kitschige Romanze als ein ernsthafter Assassinen-Roman. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass durch die Anpassung ans Young Adult Genre, die Geschichte einfach etwas am Thema vorbei ging, weil es sonst nicht ins Genre gepasst hätte.

Alles in allem ist „Grave Mercy: Die Novizin des Todes“ eine tolle Idee mit einer, in meinen Augen, etwas fehlgeleiteten Umsetzung, was mich wirklich enttäuscht hat, da ich auf frischen Wind gehofft hatte. Trotzdem, die deutsche Übersetzung macht vieles wieder wett und irgendwie bin ich ja doch gespannt auf die Fortsetzung. Daher 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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