Rezension zu Die Gabe der Könige von Robin Hobb

Ich muss gestehen, Robin Hobb und ihre viel gelobten High Fantasy Romane sind bislang vollkommen an mir vorbei gegangen. Und dabei ist „Die Gabe der Könige“ bereits die dritte deutsche Ausgabe des Weitseher-Auftakts – zuvor ist der Roman nämlich erst bei Bastei-Lübbe als „Der Adept des Assassinen“ erschienen und dann bei Heyne als „Der Weitseher“. Alle drei Ausgaben enthalten anscheinend auch die selbe Übersetzung, warum man dem Buch dann ständig einen neuen Titel verpassen muss, wer weiß… Sowas sorgt dann zumindest bei mir gerne mal für Verwirrung und doppelte Bücher im Regal, ändert ja aber zum Glück nichts an der Qualität des Romans.

Die Gabe der Könige von Robin Hobb

Und die konnte mich wirklich positiv überraschen. High Fantasy ist ein Genre, bei dem muss es für mich einfach auf den ersten 50-100 Seiten der Funke überspringen, sonst wird das Buch ganz schnell wieder aussortiert. „Die Gabe der Könige“ ist aber ein Roman, bei dem dieser Funke ganz schnell übergesprungen ist und das, obwohl das Buch erstmal ein eigentlich ausgesprochen ruhiges und langsames Tempo an den Tag legt. Genau dieses Tempo gibt dem Leser aber die Chance den jungen Protagonisten Fitz, den Bastard des Kronprinzen und Ich-Erzähler dieser Chronik, und die anderen Figuren kennen zu lernen.

Genau in diesen Figuren liegt meiner Meinung nach auch der Zauber des Romans. Der Personenkreis ist übersichtlich gehalten, dafür bestechen die vorhandenen Personen aber durch die Liebe zum Detail, mit dem sie geschildert werden. Die Autorin verzichtet dankenswerter Weise auf Schwarzweißmalerei und jede Figur hat eine Hintergrundgeschichte, die ihre Handlungen entsprechend beeinflusst und motiviert. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind wundervoll und geschildert und ebenso vielschichtig, wie die Charaktere selbst – für mich ein ganz dicker Pluspunkt und, wie schon gesagt, das, was den Roman für mich so zauberhaft gemacht hat.

Aber auch sonst konnte „Die Gabe der Könige“ überzeugen – das eher ruhige Tempo verhindert nicht, dass der Roman schnell ausgesprochen fesselnd wird, dafür sorgt schon der großartige Spannungsbogen, den man erst bemerkt, wenn er einen schon voll und ganz in seinen Bann geschlagen hat. Zwischen den großartigen Charakteren und den Intrigen am Hof gibt es ja auch noch die Gabe und die alte Macht… Die haben mich ehrlich gesagt sehr überrascht, denn in den meisten Rezensionen werden sie mit keinem Wort erwähnt. Sie sind aber auf jeden Fall faszinierend und alles andere werdet ihr selbst herausfinden müssen!

Die Gabe der Könige von Robin Hobb

Alles in allem ist „Die Gabe der Könige“ von Robin Hobb für mich eine tolle Überraschung gewesen, ganz anders als viele High Fantasy Romane, die ich gelesen habe, und genau nach meinem Geschmack. Ich bin jetzt jedenfalls überaus gespannt auf den Rest der Trilogie und die nachfolgenden Trilogien (das hier ist Epic Fantasy, da kann man es schließlich nicht bei drei Büchern lassen) ❤

Für Fans von…

  • Epic Fantasy, mit langsamem aber intensivem Spannungsbogen
  • High Fantasy, die ganz ohne Zwerge, Elfen und Co auskommt

Was andere Blogger sagen:

Elena von All meine Träume | Bettina von The Passion of Books | Nanni von Fantasie und Träumerei | Sarah von Bücherjäger

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Die Gabe der Könige von Robin Hobb”

  1. Für mich war dieses Buch im letzten Monat auch eine wirklich positive Überraschung! 😀 Am tollsten fand ich auch die Charaktere, aber ich mochte es auch sehr, dass das Buch so ganz ohne info-dumping am Anfang auskommt – man lernt alles so nach und nach kennen und ist so richtig „drin“ in der Welt, fand ich. Diesen Monat werde ich dann definitiv auch den zweiten Band lesen. 🙂

    Rezensiert habe ich das Buch übrigens auch, und zwar hier: http://buecherjaeger.de/rezension/assassins-apprentice/ 🙂

    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Und schon verlinkt 😉

      Ja, auf den zweiten Band freue ich mich auch schon, allerdings muss ich erstmal ein bisschen Ordnung in meinen SuB bringen, bevor der einziehen darf ^^

      Liebe Grüße
      Rike

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