Rezension zu Die Liste der vergessenen Wünsche von Robin Gold

Ich finde das Cover des Buchs ja wirklich schrecklich, diese Farben haben etwas fürchterlich Weichgespültes und gleichzeitig irgendwie Kaugummi-klebriges, was mich für das Buch erstmal Schlimmes erwarten lies. Ganz im Gegensatz dazu die Inhaltsbeschreibung, denn anhand derer klingt „Die Liste der vergessenen Wünsche“ ja eigentlich erstmal nach einem doch eher schwermütigen Schicksalsdrama oder ähnlichem.

Vor dem Lesen schwankte ich daher ersteinmal zwischen der vom Cover hervorgerufenen Angst, dass es sich hier um eine kitschig-klebrige Schnulze handelt, und dem durch die Inhaltsangabe gewonnenen Eindruck, dass das Buch vermutlich schrecklich schwermütig werden wird. Beide Eindrücke waren völlig falsch. „Die Liste der vergessenen Wünsche“ ist in Wahrheit eigentlich ein zwar durchaus gefühlsgeladener aber auch sehr humor- und liebevoller Roman, der Spaß macht.

Nachdem ihr Verlobter nur wenige Tage vor der Hochzeit bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, versinkt Clara in der Depression. Erst als sie bei einem Besuch des Hauses, in dem sie aufgewachsen ist, eine Zeitkapsel findet, die ihr 10-jähriges Ich in der fünften Klasse gepackt hatte, und darin eine Liste entdeckt, nimmt ihr Leben wieder eine Wendung zum besseren. Denn bei der Liste handelt es sich um eine Reihe von Dingen, von denen sich Clara als Kind gewünscht hat, sie vor ihrem 35. Geburtstag zu erleben.

Und damit startet nicht nur für Clara sondern auch für den Leser an ihrer Seite eine Reise zurück ins Leben. Mit jeder Menge Witz und Charme, einem einohrigen Hund und Claras recht durchgeknallter Familie schaft Autorin Robin Gold eine wundervolle Kulisse und eine sehr herzliche Atmosphäre, vor der sie ihre Protagonstin Clara langsam aber sicher zurück ins Leben führt. Die Figuren werden dabei allesamt sehr greifbar und sich in ihre Geschichte fallen zu lassen ist überhaupt kein Problem.

Alles in allem ist „Die Liste der vergessenen Wünsche“ ein wirklich sehr schönes Buch, das mit viel Einfühlungsvermögen eine Geschichte vom Verlust, von den Tiefpunkten des Lebens und vom Weg zurück zum Glück erzählt. Eine sehr empfehlenswerte Erzählung, die sich schnell und spannend durchlesen lässt.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Die Liste der vergessenen Wünsche von Robin Gold”

  1. Das ist ein Buch, das mich auch noch anlacht – liegt allein schon am Titel… Jetzt habe ich noch mehr Lust darauf ♥

    Alles Liebe, Chimiko

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