Rezension zu Der schottische Geist von Cassandra Winter

Schade, aber das war wohl nichts… Ich bin zufällig kurz hintereinander über mehrere begeisterte Rezensionen zu Cassandra Winters „Der schottische Geist“ gestolpert und dachte mir, ich versuche es einfach auch mal – immerhin bekam das Buch schon allein aufgrund des Settings in Schottland erstmal einen großen Vertrauensvorschuss. Geholfen hat das aber letztendlich auch nicht, denn ich fand den Serienauftakt schlicht und ergreifend langweilig.

Die Handlung ist denkbar simpel, wobei ich zugeben muss, dass mir die Details dann doch verborgen geblieben sind, weil ich spätestens nach dem ersten Dritten nicht mehr die nötige Begeisterung aufbringen konnte, um wirklich aufmerksam bei der Sache zu bleiben. Deutsches Mauerblümchen landet nach einer gescheiterten Beziehung mit Paddington-Bär im Gepäck in irgendeinem englischen Kaff und hat plötzlich einen Job als Geisterjägerin. Dazu gibt es einen Haufen schräger Kollegen und kurz drauf geht es auch schon ab nach Schottland zum ersten Einsatz! Der stellt sich sogar tatsächlich als echtes paranormales Phänomen heraus und so werden allerlei magische und esoterische Hausmittelchen hervorgekramt und dem Geist zu Leibe gerückt.

Bis es allerdings erstmal so weit ist, ist das Buch bereits zu gut einer Hälfte rum und mir als Leser völlig egal, was weiterhin passierte. Das lag nicht zuletzt am Schreibstil: Schachtelsatz reiht sich an Schachtelsatz, dazwischen finden sich Absätze, die zwar erstaunlich lesbar aber nur unwesentlich interessanter sind, was es mir wahnsinnig schwer gemacht hat, am Text zu bleiben und nicht einfach nur alles querzulesen. Dadurch kommen einem auch die Charaktere nicht wirklich nah, wenn man sich schon auf den Schreibstil kaum einlassen kann, funktioniert das mit den Figuren nur unwesentlich besser – vor allem, wenn sie auch noch aus nichts weiter zu bestehen scheinen als Klischees, Klischees und noch mehr Klischees.

Überhaupt reiht Cassandra Winter hier ein britisch-schottisch-irisches Klischee ans nächste und während das ganz lustig sein könnte, wäre es mit dem entsprechenden Humor gemacht worden, ist es leider aber leider nicht und so war es einfach nur nervig. Es wurde auch dadurch nicht besser, dass die Autorin eine offensichtliche Vorliebe für Vergleiche mit Figuren und Handlungen aus Literatur und Film hat. Statt die Dinge selbstständig zu beschreiben, vergleicht sie sie mit irgendwelchen Sachen, die einem entweder die Möglichkeit rauben, seiner eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen, oder aber einen damit nerven, dass man einfach gar nichts mit ihnen anfangen kann.

Alles in allem konnte mich „Der schottische Geist“ von Cassandra Winter leider so gar nicht begeistern. Es gibt ein Sternchen für den guten Willen und eins fürs Setting, aber der Roman konnte in meinen Augen weder mit Spannung, noch mit Humor, noch mit sympathischen Charakteren überzeugen und auch wenn der Text an sich ein gutes Korrektorat durchlebt zu haben scheint, der Schreibstil lässt zu wünschen übrig. Schade, aber vielleicht klappt es beim nächsten Versuch ja besser? 😉

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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