Rezension zu Liberty 9: Sicherheitszone von Rainer M. Schröder

Rainer M. Schröder - Liberty 9: SicherheitszoneAdd on GoodReadsRainer M. Schröder – Liberty 9: Sicherheitszone
 
Verlag: cbj
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 496
ISBN: 978-3570154649
 
 
[mygenres]  
 
 
 

Die Zukunft hat schon begonnen

Kendira beherrscht die Regeln. Liberty 9, das riesige Valley samt der beeindruckenden Lichtburg, in der 200 junge Auserwählte leben, ist ihr Zuhause. In völliger Abgeschiedenheit und umgeben von undurchdringlichen Schutzanlagen, leben die so genannten Electoren nach einem vorgegebenen Tagesrhythmus: Morgenappell, Unterricht, hochkonzentrierte computeranimierte Trainings. Kendira glaubt zu wissen, warum. Sie trainiert für einen höheren Zweck – doch nicht alle in Liberty 9 sind so privilegiert wie sie. Der junge Dante ist kaum mehr als ein Sklave. Kendira darf er sich eigentlich gar nicht nähern, doch eine unwiderstehliche Anziehungskraft bringt die beiden zusammen. Dantes Zweifel am grausamen System machen auch Kendira misstrauisch – und bringen beide in größte Gefahr. Denn Liberty 9 ist sicher – todsicher.

 
 
Meinung:
 
Leider werden Herr Schröder und ich keine Freunde werden…

Von der ersten Seite an hatte ich bei „Liberty 9“ Probleme mit dem Schreibstil. Der ist, angepasst an die Protagonisten, sehr jugendlich und, in meinen Augen für eine ja doch irgendwie militärische Einrichtung ziemlich unpassend, sehr umgangssprachlich. Gleichzeitig wirken aber sowohl die Dialoge wie auch die inneren Monologe der Protagonistin größtenteils wahnsinnig gestelzt und erzwungen.

Dazu kamen von Anfang an haufenweise „Denglische“ Begriffe, die vermutlich das dystopische Flair der Geschichte unterstützen sollten, mich aber leider einfach nur verwirrt haben, da ich mich regelrecht davon erschlagen habe. Hätte es einen Glossar gegeben, der diese Kunstwörter erklärt hätte, wäre das vielleicht nicht so schlimm gewesen, aber so fand ich es einfach nur störend.

Überhaupt hatte ich große Probleme mich in die Geschichte hineinzufinden und auch wenn mir Kendira eigentlich rein vom Charakter her doch ziemlich sympatisch war, konnte ich mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren oder in sie hinein versetzen, weil ihre Gefühle und Motivationen durch den Schreibstil einfach überhaupt nicht realistisch und nachvollziehbar rüberkommen sondern sehr künstlich wirken.

Das an sich wäre schon wirklich nervig, bei einer spannenden Plotline allerdings durchaus noch erträglich. Leider ist aber auch die Plotline nichts wirklich besonderes. Zum einen bietet die Geschichte einfach nichts wirklich Neues und die Dystopie-typischen Elemente, die hier verwendet werden, sind nun nicht auf so spannende Art aufbereitet, dass sie das wett machen könnten.

Und zum anderen war die Geschichte nicht wirklich spannend. Der Autor hat leider versucht künstlich mehr Spannung zu erzeugen, indem er bewusst Infos zurückgehalten und den Leser nur mit dem Allernötigsten versorgt hat, was mich im Endeffekt einfach nur genervt hat. Da die Geschichte sich über lange Strecken auch noch nur im Kreis gedreht hat und vieles passiert ist, dessen Sinn für die Handlung sich mir jetzt nicht erschlossen hat, war von Spannung leider nichts zu finden.

Wenn dann noch haufenweise Rechtschreib- und Grammatikfehler dazu kommen, von denen man eigentlich meinen sollte, dass so etwas bei einem vernünftigen Lektorat nicht passieren kann, sowie ein in meinen Augen ziemlich unbefriedigendes Ende, dann macht das das Buch für mich zu einem totalen Reinfall.
 
 


 
 
1 Stern - Schlecht

 
 
Der Autor
 
Rainer M. Schröder, 1951 in Rostock geboren, ist einer der profiliertesten deutschsprachigen Jugendbuchautoren. Mit seinen bis ins kleinste Detail exakt recherchierten und spannend erzählten historischen Jugendromanen begeistert er seit mehr als zehn Jahren seine Leserschaft. Nachdem er viele Jahre ein wahres Nomadenleben mit zahlreichen Abenteuerreisen in alle Erdteile führte, lebt er heute mit seiner Frau in den USA.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Liberty 9: Sicherheitszone von Rainer M. Schröder”

  1. Wow, die Bewertung ist mal konsequent 😉
    Ich kann dich aber verstehen, ich fand das Buch auch nicht besonders. Genau wegen dem, was du am Anfang auch schreibst: Die Dialoge waren einfach katastrophal!

    Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler sind mehr jetzt zwar nicht so ins Auge gesprungen, kann aber auch gut sein, dass ich irgendwann gar nicht mehr so aufmerksam gelesen habe, da mich das Buch einfach nicht mehr interessierte 😉

    Der Begriff „erhabene Macht“ hat mich irgendwann richtig aggressiv gemacht ^.^

    1. *lach* Ja, ich hatte aber hier nicht mal wie sonst immer Skrupel, dass ich nur einen Stern vergebe, das Buch hat mich irgendwann einfach so genervt und auch wenn ich echt bis zum Schluss gehofft habe, besser geworden ist es auch nicht… Mich hat einfach an der Sprache so viel gestört und dann kam noch dieses künstliche „in die Länge zeihen“ hinzu und die Versuche des Autors die Spannung zu erhöhen, dass das Buch in meinen Augen wirklich nicht mehr verdient hat. Obwohl ich es durchaus auch verstehen könnte, wenn jemand das Buch toll findet, weil es ja eben eigentlich doch ein paar gute Ansätze hat, für mich haben aber halt die in meinen Augen negativen Seiten des Buchs einfach deutlich überwogen…
      Und mit der „erhabenen Macht“ ging es mir genauso… Es gibt einfach so Formulierungen, die machen mich wahnsinnig und je nach Kontext auch echt aggressiv und da hat das eindeutig dazu gehört ^^

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