[Reading in English] Rezension zu Carry On von Rainbow Rowell

Holy shit, was ist das für ein Cover? Ich meine ernsthaft, findet das jemand schön? Also wirklich schön, hübsch, nett anzuschauen, optisch ansprechend. Nicht „schrecklich schön“ oder so übertrieben, dass es schon wieder cool ist. Also meiner Meinung nach ist das Cover ziemlich fugly, but it has grown on me… Aaanyway, don’t judge a book by its cover and all that jazz. Kümmert es irgendwen, wenn ich in Zukunft einfach die Parts, die mir auf Englisch in den Kopf kommen, auf Englisch schreibe, statt sie mühselig zu übersetzen? Naja, auch egal.

Jetzt aber zum Buch! Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich gar nicht so recht weiß, was ich zu diesem Buch sagen soll, geschweige denn, wie ich es bewerten soll. „Carry On: The Rise and Fall of Simon Snow“ von Rainbow Rowell ist der fiktive Roman, der im Universium ihres Romans „Fangirl“ den Status von „Harry Potter“ innehat und auf den „Fangirl„-Protagonistin total so abfährt. Denke ich. Denn ich muss gestehen, dass ich „Fangirl“ zwar seit geraumer Zeit im Regal stehen habe, bislang aber immer nach wenigen Seiten daran gescheitert bin… Ist aber auch völlig wurscht, denn man muss „Fangirl“ nicht gelesen haben, um „Carry On“ zu verstehen – es ist ein vollkommen eigenständiger Roman.

You have to pretend you get an endgame. You have to carry on like you will; otherwise, you can’t carry on at all.

Carry On von Rainbow Rowell

Oder sagen wir mal, es ist eine eigenständige Geschichte. Ein eigenständiger Haufen Wörter? Ein Haufen Wörter, der laut Rainbow Rowell ihre Version all der typischen „Chosen One“-Stories à la „Harry Potter“ darstellt und auch durchaus mehr oder weniger dezent an besagten britischen Zauberer und seine Abenteuer erinnert (Drarry! 💜🤣💖) Im Zentrum der Geschichte steht logischerweise besagter Auserwählter, Simon Snow, der natürlich als Waise aufgewachsen ist und Prophezeiungen gibt es natürlich auch und all das Brimborium. Das ganze soll wohl mit all den Klischees spielen und stereotypische Elemente dieser Art von Fantasy aufgreifen und ins Lächerliche ziehen – und vermutlich auch der Fanfiktion zu dieser Art von Fantasy. Und das tut es ja auch. Es ist so schlecht, dass es teils schon wieder schräg genug ist, um lustig zu sein – ein bisschen wie dieser rosarote Coverunfall. Aber an einigen Stellen ist es einfach too much, trying too hard. Und an einigen Stellen verschenkt die Autorin meiner Meinung nach auch einfach einiges an Potential.

Die Grundstory ist… naja, sie ist eigentlich ziemlich lustig und gar nicht so schlecht gemacht. Sie verliert zum Ende hin etwas, weil der ein Charakter zu einem simplen Bösewicht degradiert wird, statt sein Potential als vielschichtiger Antiheld zu nutzen, das vorher eigentlich schon ziemlich gut aufgebaut wurde. Zwischendurch ist die Geschichte ein wenig nervig, auf mehr als eine Figur hätte man meiner Meinung nach einfach komplett verzichten können, beispielsweise der Geisteraspekt dieser Geschichte, der eigentlich nur Infodumping-Zwecke für die Backstory erfüllt. Noch überflüssiger ist allerdings Agatha, Simons (Ex-)Freundin. Protagonist Simon selbst ist fürchterlich nervig, ziemlich dumm und ständig am Jammern, eigentlich befindet er sich ohne Unterlass am Rande der Existenzkrise – muss natürlich zu einem gewissen Grad so, ist aber auf Dauer nur schwer erträglich. Baz und Penny sind ziemlich interessant und cool, beide natürlich auch wandelnde Klischees als der düstere Schulrivale und super schlaue beste Freundin des Helden, aber beide trotzdem meine klaren Favoriten.

Just when you think you’re having a scene without Simon, he drops in to remind you that everyone else is a supporting character in his catastrophe.

Carry On von Rainbow Rowell

Was ist also mein Fazit zu Rainbow Rowells „Carry On“? Ich bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht sicher. Gut war das Buch meiner Meinung nach nicht, beim besten Willen nicht, aber das wollte es ja auch gar nicht so unbedingt sein, oder? Aber es war auch nicht gut genug darin schlecht zu sein. Zumindest nicht so ganz. An vielen Stellen ist es super unterhaltsam und herrlich dämlich, aber an etwa eben so vielen Stellen ist es auch einfach nur nervig. Oh, und die Romanze… Der Aufbau war super, als alles noch einseitig von Baz ausging. Aber danach? Meiner Meinung nach ist die „kissing and talking“ Prämisse nicht so wirklich erfüllt wurden.

Ich kann das Buch nicht empfehlen, ich kann aber auch nicht ganz allgemein allen davon abraten, es zu lesen. Es ist dumm und ich habe definitiv schon Fanfiction gelesen, die besser geschrieben war (und damit meine ich nicht „50 Shades of Gray“! Das ist nochmal einige Ebenen schlechter als das hier. Zumindest eine. Vielleicht…), aber ich habe den Roman an einem Tag durchgelesen und irgendwo war er ja auch unterhaltsam. Also überlegt es euch gut und macht euch vor allem klar, dass ihr den Roman nicht wirklich ernst nehmen solltet 😉

Für Fans von…

  • „Fangirl“-Protagonistin Caths Fangirling?
  • Ramsch-Fantasy
  • Mittelschlechter Fanfiction

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Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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