Rezension zu Der Feuerstein: Eine magische Reise beginnt von Rae Carson

Rae Carson hat mit „Der Feuerstein“ ein wirklich einzigartiges Buch geschaffen, dass mich als ich es nun zum zweiten Mal – diesmal auf Deutsch – gelesen habe, dass noch mehr begeistert hat als beim ersten Mal.

Das Universum, das Carson für ihren Debütroman und Serienauftakt geschaffen hat, ist durch und durch faszinierend. Ein wenig erinnert sie an ein mittelalterliches Spanien – sprachlich und kulturell – oder vielleicht auch Südamerika – landschaftlich.

Und auch die Gesellschaft ist durch und durch realistisch aufgebaut und die Adligen mit all ihren Intrigen und Geheimnissen haben mich ebenso in ihren Bann gezogen wie die Maleficio.

Das Tollste an diesem Buch war allerdings die Protagonistin. Auch wenn ich von vielen weiß, dass sie es nervig oder störend fanden, dass Elisa sich zu Beginn des Buchs immer wieder so sehr über ihre Figur beschwert, hat mich das nicht weiter gestört. Im gegenteil, mich hat Elisas Entwicklung mit all ihren Höhen und Tiefen rundum begeistert und ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Bänden fortsetzen wird.

Es gibt einen Aspekt, der vermutlich viele Leser abschreckt und auch mich am Anfang skeptisch gemacht hat: Die Religion.

Die ist in diesem Buch sehr präsent, immerhin ist sie auch von zentraler Bedeutung. Allerdings geht Carson sehr gut mit diesem Thema um und auch wenn ihre Protagonistin sehr religiös ist und man ihr diese Religiösität auch abnimmt, ist von Fanatismus keine Spur zu finden und das Buch hat nie einen predigenden oder gar missionierenden Charakter.

Überhaupt geht die Autorin mit vielen Themen sehr viel besser um, als es in vielen anderen Jugendbüchern der Fall ist. So ist auch die Liebe ein großes Thema, es gibt aber – sehr zu meiner Erleichterung – weit und breit kein Anzeichen von Instant-Liebe und alle Romanzen entwickeln sich auf realistische Art, die Gefühle und Gedanken Elisas im Hinblick auf die Männer, die es in ihrem Leben gibt (ja, da sind mehrere, aber es gibt keine Dreiecksbeziehungen!), sind einfühlend und nachvollziehbar geschildert und ich hatte nie das Gefühl, dass die Autorin eine Romanze nur um der Romanze Willen in die Geschichte gezwängt hätte.

Das alles zusammen, Carsons einfühlsame Art mit wichtigen Themen wie Liebe, Religion, Verlust und dem Erwachsen-Werden umzugehen, ihre faszinierende Welt, die einem irgendwie bekannt und gleichzeitig vollkommen fremd vorkommt und die tolle und fesselnde Geschichte, machen „Der Feuerstein“ zu etwas ganz Besonderem und zu einem Buch, das ich nur jedem Fantasy-Leser wärmstens empfehlen kann.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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4 Kommentare zu “Rezension zu Der Feuerstein: Eine magische Reise beginnt von Rae Carson”

  1. Das Buch klingt wirklich sehr interessant!
    Ich bin immer auf der Suche nach neuen Fantasy-Büchern und ich denke bei dem werde ich mal wieder zugreifen.
    Danke für die tolle Rezension 🙂

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