Queergelesen #2 Vampire, Werwölfe und Serienkiller

Nachdem mein erster Queergelesen-Post ja tatsächlich kommentiert wurde, gibt es jetzt auch einen zweiten! Naja, okay, nicht nur deswegen, sondern weil ich schlicht und ergreifend der Meinung bin, dass diese Bücher, so trashig sie in vielen Fällen auch sein mögen, durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Dieses Mal wird es etwas fantastischer, allerdings wieder ziemlich romantisch, denn „sex sells“ scheint bei diesen Büchern doch irgendwie das Motto zu sein…

Necromantia von Sheri Lewis Wohl

Reading in English Necromantia by Sheri Lewis Wohl

Circe kann Geister sehen. Zusammen mit ihrem Leichenspürhund Zelda macht sie das Beste daraus und hilft der Polizei bei der Suche nach Mordopfern. Als plötzlich direkt mehre Frauenleichen auftauchen und die ganze Geisterseherei neue, unheimliche Dimensionen annimmt, bekommt Circe die Chance mit Deputy Sheriff Diana Erni zusammen zuarbeiten. Allerdings wird sie das Gefühl nicht los, dass nicht nur sie und Diana und deren Partner plötzlich in ungeahnter Gefahr schweben.

Okay, Krimis sind nicht mein Ding aber wenn Fantasy im Spiel ist, gebe sogar ich so einer Mördersuche mal eine Chance. Und ich muss zugeben, dass mir „Necromantia“ auch ziemlich gut gefallen hat, denn die Autorin versteht es wirklich Spannung auf zu bauen und verschafft dem Leser mit ausgesprochen gelungenen Perspektivwechseln Einblicke in die Gedankenwelt sämtlicher Charaktere – wobei ich zugeben muss, dass ich mit der Perspektive des Mörders nicht wirklich etwas anfangen konnte, das Konzept des Mörders aber ein wirklich gutes ist.

★ ★ ★ ★

Heart of the Pack von Jenny Frame

Reading in English Heart of the Pack by Jenny Frame

Okay, ich steh auf Werwolfgeschichten, ich gebe es zu. Oder eher allgemein auf Gestaltwandlergeschichten, egal ob Wölfe oder andere Viecher. In diesem ersten Teil einer neuen Serie von Jenny Frame, deren ersten Roman „A Royal Romance“ ich schon ziemlich unterhaltsam fand, gerät die junge Selena Miller eher zufällig in den Dunstkreis des Wolfgang Werwolfrudels. Dank ihrer viel zu dominierenden Familie jeglichem Selbstwertgefühl beraubt, ergreift sie augenblicklich die Flucht, als ihr ein Job in Wolfgang County angeboten wird. Dort trifft sie auf Caden, die brüske Nummer 2 des Rudels, die wenig mit dem Menschen, der plötzlich die Hälfte ihres Büros in Anspruch nimmt, anfangen kann. Und Lenas Nervosität und Unsicherheit tragen auch nicht gerade dazu bei Cadens Misstrauen und Ablehnung zu schmälern.

Wie gesagt, ich mag Werwolfgeschichten und ich mag zugegebenermaßen auch Butch-Femme-Romanzen, daher war „Heart of the Pack“ thematisch schon mal ziemlich genau mein Ding. Außerdem bin ich sehr schnell mit den Charakteren warm geworden, Lenas Unsicherheiten haben mich zu meiner großen Überraschung nicht genervt, was mir sonst schnell passiert, sondern sie mir sehr gut zugänglich gemacht und auch Caden und die Nebencharaktere fand ich recht interessant. Dazu kam ein angenehm zu lesender, sehr lebendiger und frischer Schreibstil, wobei es leider einen Stern Abzug für die Story gibt, denn die ist teilweise etwas unrund und auch wenn mir die Ideen gefallen haben, die Umsetzung ist teilweise etwas holprig. Trotzdem in meinen Augen ein Serienauftakt mit ordentlich Potential!

★ ★ ★ ★

Have a Bite von RG Emanuelle

Reading in English Have a Bite by RG Emanuelle

Und zu guter Letzt noch ein paar Vampire! Französische, kochende Vampire oder zumindest einer, Delphine Bouchard, die in ihrem total angesagten Restaurant in Brooklyn, dem Vie Sang, kulinarische Meisterwerke im French Fusion Style (oder so) kreiert…

Irgendwie strange und von dieser Auswahl hier, ist der Auftakt von R.G. Emanuelles „The Vampires of Brooklyn Chronicles“ auch definitiv die Geschichte, die mir am wenigsten gut gefallen hat. Ich hatte einfach wahnsinnige Probleme, einen Einstieg in die Geschichte zu finden und habe mehrere Versuche gebraucht, bis ich tatsächlich bis zum Ende durchgehalten habe. Die Geschichte ist zwischendurch einfach etwas verwirrend, da einfach zu viel passiert und die einzelnen Handlungsstränge manchmal etwas durcheinander geraten. Gleichzeitig bleibt die Charakterentwicklung dabei völlig auf der Strecke und so viel auch sonst passiert, die Figuren bleiben oberflächlich und dadurch weitestgehend uninteressant. Schade!

★ ★

Veröffentlicht von Hannah (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Queergelesen #2 Vampire, Werwölfe und Serienkiller”

  1. „Necromantia“ klingt ja nett. 😀 (Auch wenn ich erst mal nur „Necro“ gelesen habe und mein Hirn kurz zu Nekrophilie schaltete, vielleicht weil das „sex sells“ da noch herumschwirrte … ^^‘ Das ging dann zum Glück doch in eine ganz andere Richtung …

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