Rezension zu Das Schwagermonster von Pippa Wright

„Das Schwagermonster“ von Pippa Wright ist ein Buch, das ich eigentlich erstmal nur wegen seines Covers haben wollte – ich meine, hallo, da ist ein super knuffiger Tigerhase drauf! ♥ Allerdings bin ich ja immer wieder auch ein großer Fan von humorvoller Chick Lit und da passt dieser Roman definitiv ganz genau ins Beuteschema. Und auch wenn mich „Das Schwagermonster“ mich nicht restlos überzeugen konnte, begeistert hat es mich trotzdem 😉

Kate kehrt nach der Trennung von ihrem Ehemann in ihr Heimatdorf in der britischen Provinz zurück, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Um der Vergangenheit zu entfliehen, zieht sie sich an einen Ort zurück, dem sie – ohne jemals zurückzublicken – vor langer Zeit eigentlich entflohen war und der im Endeffekt die Stein gewordene Vergangenheit ist. So sieht sich die Wahllondonerin, die die letzten Jahre damit verbracht hat, rund um die Welt zu jetten, plötzlich damit konfrontiert, den alten Bungalow ihrer Großmutter mit ihrem zukünftigen Schwager teilen zu müssen.

Und das ist der Punkt, an dem Pippa Wright mich positiv überraschen konnte, denn auch wenn dieser Roman wirklich humorvoll ist, ist er sehr viel weniger „kindisch“ und auch weniger Klischee belastet als es so manch andere Chick Lit doch ist. So habe ich eigentlich etwas in Richtung „Kate versucht ihren Schwager umzuerziehen, der ein echtes Monster ist, nur um dann den weichen Kern unter seiner harten Schale zu erkennen und sich in ihn zu verlieben“ erwartet – stattdessen gab es eine sehr viel realistischere und auch viel schönere Geschichte.

Mein größtes Problem waren die Rückblenden. Der Leser lernt Kate kurz nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatdorf kennen, als sie ihren Tiefpunkt quasi erreicht hat, und begegnet von Anfang an aber auch einer anderen Kate. Denn in Rückblenden wird die gescheiterte Beziehung zu ihrem Mann Matt vom ersten Treffen an beschrieben – und leider konnte ich, gerade zu Beginn, mit diesen Rückblenden gar nichts anfangen, sie haben mich beim Lesen sogar ziemlich gestört. Das wird besser, wenn man sich an die „alte“ Kate gewöhnt und sie mehr und mehr mit der „kaputten“ Kate in Verbindung bringen kann, aber das dauert leider eine ganze Weile.

Trotzdem, nachdem ich mich einmal mit den Rückblenden angefreundet hatte, war „Das Schwagermonster“ von Pippa Wright einfach ein toller Lesespaß, romantisch und humorvoll und ganz anders als erwartet, da die Autorin mit deutlich weniger Klischees als Gedacht auskommt und eine unerwartet reife und realistische Geschichte erzählt. Definitiv eine Empfehlung wert!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Das Schwagermonster von Pippa Wright”

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