Rezension zu Die Große Wildnis von Piers Torday

Mit „Die Große Wildnis“ hat Piers Torday eine Dystopie geschaffen, die sich ganz eindeutig an junge Leser (der Verlag stellt eine Altersempfehlung ab 10 Jahren, vom Schreibstil her dürften auch noch jüngere Kinder gut mit dem Buch zurecht kommen) richtet.

Erzählt wird die Geschichte vom zwölfjährigen Protagonisten Kester, der alles nicht nur aus der Ich-Perspektive sondern auch in der Gegenwart schildert, eine Erzwählweise, mit der ich persönlich gar nichts anfangen kann und die es mir sehr schwer gemacht hat, in die Geschichte hineinzufinden. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass es gerade jüngeren Lesern gefällt auf diese Weise wirklich direkt in die Geschichte einzutauchen und an Kesters Abenteuer teilzuhaben.

So ist auch der Schreibstil recht einfach gehalten, die Sätze sind kurz und die Sprache, die der Autor nutzt sehr klar. Das ist natürlich bei einem Kinderbuch nicht anders zu erwarten, aber leider kam der Schreibstil für mich dabei doch recht kühl rüber, zu glatt für ein eigentlich fesselnd sein sollendes Kinderbuch.

Dabei ist die Idee hinter der Geschichte eigentlich wirklich gut. Denn in der Welt von Kester sterben die Tiere aus. Und Kester, der eines Tages entdeckt, dass er die Sprache der Tiere spricht, ist derjenige, der die letzten lebenden Wildtiere retten soll. Das bedeutet, dass ihm eine abenteuerliche Reise durch eine Welt ohne Tiere und Pflanzen, dafür mit künstlicher Nahrung und einer Seuche, die die ganze Welt auf den Kopf gestellt hat.

Ein weiterer Minuspunkt war an der Stelle für mich auch die tierische Begleitung, mit der Kester auf Reisen geht. Denn die sind alle doch recht klischeehaft charakterisiert und das finde ich schade. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung und Eigeninitiative vom Autor gewünscht.

Alles in allem ist „Die Große Wildnis“ von Piers Torday eine spannende Geschichte, mit der ich leider nicht so richtig warm geworden bin, dass aber trotzdem ein ganz gutes Kinderbuch abgibt.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*