Rezension zu Schiffsdiebe von Paolo Bacigalupi

Paolo Bacigalupi - SchiffsdiebeAdd on GoodReadsPaolo Bacigalupi – Schiffsdiebe
 
Originaltitel: Shipbreaker
Verlag: Heyne fliegt
Format: Taschenbuch
Seiten: 352
ISBN: 978-3453529199
 
 
[mygenres]  
 
 

Ein junger Held, eine gefährliche Welt, ein grosses Abenteuer
Stahl. Kupferdraht. Elektronikschrott. Altöl. Das sind die Schätze, die der junge Nailer aus den gestrandeten Wracks herausholt. Es ist eine harte Welt, in der das Gesetz des Stärkeren und Schnelleren gilt. Doch dann findet er in einem Schiff einen ganz anderen Schatz – der sein Leben für immer verändern wird.
In nicht allzu ferner Zukunft sind die Wracks der Öltanker, die entlang der amerikanischen Golfküste stranden, die Lebensgrundlage für den jungen Nailer und seine Freunde. Sie kriechen in das Innere der Schiffe und suchen nach Kupfer und anderen wertvollen Materialien. Es ist eine harte Welt, in der niemand auf den anderen Rücksicht nimmt und jeder versucht, der Schnellste zu sein. Eines Tages ist Nailer der Erste, der einen nach einem Hurrikan gekenterten Klipper erreicht – ein Glücksfall, der ihn und seine Familie auf einen Schlag aus der Armut befreien könnte. Aber im Bauch des Schiffes ist ein Mädchen gefangen. Und Nailer steht vor einer folgenschweren Entscheidung – denn wenn er sie rettet, ist der wertvolle Fund für ihn verloren …

 
 
Meinung:
 
Ich bin ja eigentlich gar kein Fan von Büchern mit männlichen Hauptcharaktern. Aber dieses Buch hat so interessant geklungen und hatte so viele gute Bewertungen, dass ich dann doch neugierig geworden bin. Und Nailer hat sich auch schon auf den ersten Seiten als wirklich faszinierender und facettenreicher Charakter herausgestellt, über den ich mehr erfahren wollte. Auch die Welt, in der Nailer lebt, war beeindruckend, nicht zuletzt dadurch, dass es eine der realistischen Science Fiction Welten ist, die mir bislang begegnet ist.
In der Welt, in der „Schiffsdiebe“ spielt, hat die Erderwärmung die Polkappen weg geschmolzen, die natürlichen Rohstoffreserven sind zu Neige gegangen und der Graben zwischen Arm und Reich wird beständig breiter. Das alles ist so unmittelbar an heutige Ereignisse angeknüpft, dass es einem geradezu erschreckend leicht fällt, sich diese Welt vorzustellen.
Leider hatte ich von Anfang an Probleme mit dem Schreibstil hatte. Ich kann weder genau sagen, was es war, das mich so irritiert hat, noch ob es vielleicht mit der Übersetzung zusammenhing, aber irgendetwas am Stil hat es mir sehr schwer gemacht wirklich ganz in die Geschichte eintauchen zu können. Die Sätze wirkten allesamt leicht abgehackt und es gab ziemlich viele Wiederholungen.
Dass das Buch offensichtlich eher für männliche Leser geschrieben ist, fand ich hingegen nicht weiter störend. Ja, es gibt keine überschwänglichen romantischen Szenen und das Buch ist sehr actionlastig und teilweise etwas arg blutrünstig, aber das ist mir ehrlich gesagt sogar lieber, als schnulzige Romanzen.
Dass mich Nailer schnell begeistert hat, habe ich ja bereits erwähnt. Im ersten Drittel des Buchs ist er auch ein rund um gelungener Protagonist. Danach jedoch, hatte ich teilweise Probleme mit ihm als Protagonisten, weil die Handlung sich so sehr auf das Mädchen, das Nailer findet, fokusiert, dass er, als eigentlicher Hauptcharakter plötzlich untergeht. Da hätte ich mir vielleicht einfach wechselnde Perspektiven gewünscht, sodass beide, Nailer und das Mädchen, gemeinsam im Fokus des Lesers sind, was sie ja eigentlich sein sollten.
Abgesehen davon fand ich die Charaktere aber allesamt gut gewählt, realistisch beschrieben und sehr vielseitig, was, zusammen mit dem sehr eindringlichen Weltenaufbau, das Buch wirklich eindrucksvoll gemacht hat.
 
 
Fazit:
 
Für männliche (und weibliche natürlich, auch wenn es eben ein Jungsbuch ist) Fans von Dystopien und post-apokalyptischen Romanen, die sich endlich einmal etwas weniger Romanzen-lastiges wünschen, ist dieses Buch auf jeden Fall ein Muss.
 
 
Das Cover:
 
Das Cover passt auf jeden Fall zum Buch und versucht zum Glück nicht, „Schiffsdiebe“ in eine Verpackung zu zwängen, die andeuten würde, dass es nur eine weitere „Mädchen-Dystopie“ ist.
 
 


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Mit herzlichem Dank an den Heyne fliegt Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Heyne fliegt
 
 
4 Sterne - Sehr gut

 
 
Der Autor
 
Paolo Bacigalupi ist bereits als Kurzgeschichtenautor in Erscheinung getreten bevor er mit Biokrieg seinen ersten Roman veröffentlichte, der vom Time Magazine promt in die Top Ten der besten Romane des Jahres aufgenommen wurde. Auch für seine Kurzgeschichten erhielt Paolo Bacigalupi schon mehrere Auszeichnungen. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in West Colorado.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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