Rezension zu Grotesque von Page Morgan

Menschen, Engel, Dämonen, Gargoyles und ein historisches Paris – eine knisternde, funkelnde Mischung, voller Spannung und Action – Genau das erwartet den Leser in Page Morgans Debütroman „Grotesque“.

Das düstere historische Setting und die phantastischen Bestandteile haben mich an diesem Buch von Anfang an gereizt. Und sie haben mich auch durchaus überzeugen können. Allerdings hat es zwischen mir und Protagonistin Ingrid einfach nicht so wirklich funken wollen. Sie war mir zu trocken, zu flach, zu uninteressant – und dann wieder zu unlogisch und intensiv in ihren Liebes- und Gefühlsgeschichten.

Da war mir ihre jüngere Schwester Gabby sehr viel sympathischer. Aus auch ihrer Sicht werden Teile der Geschichte erzählt, wenn auch weniger, und während ich bei Ingrind immer wieder Probleme hatte ihre Handlungen zu einem einheitlichen Charakter zusammenzufügen, erschien mir die impulsive, stellenweise auch recht aggressive Gabriella sehr viel greifbarer, sehr viel realistischer.

Auch Ingrids Gargoyle Luc war nicht direkt mein Fall. Ich fand das Konzept der Gargoyles total spannend und faszinierend, aber genau wie bei den Menschen erschienen mir auch hier die Nebenfiguren greifbarer und realistischer als der Haupthandlungsträger. Ich fand weder Luc noch Ingrid wirklich unsympathisch, aber ich fand sie relativ langweilig, da mir ihre Motivationen nicht immer schlüssig/passend erschienen, die Handlungen aber trotzdem vorhersehbar waren.

Insgesamt fand ich die Handlung teils ziemlich vorhersehbar und offensichtlich, teils aber auch spannend, innovativ und unvorhergesehen. Viele Elemente haben einfach durch ihre „Neuheit“ und Frische punkten können und die Nebencharaktere haben der Geschichte besonderen Schwung verpassen können. Ob diese Mischung auch im zweiten Band noch funktionieren wird? Ich bin skeptisch, aber neugierig.

Als Debütroman ist Page Morgans „Grotesque“ auf jeden Fall gelungen und trotz der stellenweise eher durchwachsenen Qualität ist das Buch insgesamt trotzdem fesselnd und hat mich überzeugen können.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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