Rezension zu Als die Mädchen zu Wölfen wurden: Von Helden, Bestien und anderen Märchen von Nino Delia

Als die Mädchen zu Wölfen wurdenEndlich! Ich habe es geschafft mal wieder eine Rezension zu schreiben 😄 Hat ja nur fast einen Monat gedauert… Aber jetzt erstrahlt der Blog in neuem Design und es gibt wieder Rezensionen und andere Posts. Den Anfang macht meine Rezension zu „Als die Mädchen zu Wölfen wurden: Von Helden, Bestien und anderen Märchen“ von Nino Delia, das ich schon vor Monaten gelesen habe. Und vorab möchte ich einmal anmerken, dass ich wirklich froh bin, dass der Verlag sich doch noch dazu entschieden hat, das Cover der englischen Ausgabe zu übernehmen, statt dieses komische braune Dingsbums, das wohl ursprünglich die deutsche Übersetzung zieren sollte 😅

Aber jetzt zum Buch! Wie man an Titel und Cover schnell erahnen kann, ist „Als die Mädchen zu Wölfen wurden“ eine Märchenadaption, in der Rotkäppchen eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Aber auch eine Vielzahl anderer Märchen finden sich in der Geschichte wieder. Dazu gibt es noch eine dicke Prise Gesellschaftskritik und Romantik. Angesiedelt ist die Geschichte in einem kleinen Dorf, irgendwo im Wald, einem Dorf, in dem die Männer ganz klar die Herren im Haus sind während die Frauen ihnen zu gehorchen, Kinder zu bekommen und den Haushalt zu schmeißen haben. Es wird erwartet, dass sich Mädchen erst bedingungslos ihrem Vater und dann ihrem Ehemann unterordnen, während diese für Recht und Ordnung sorgen und das Dorf vor den Gefahren des Waldes, vor dem großen bösen Wolf, beschützen.

Protagonistin Robyn ist eine der jungen Frauen aus dem Dorf und ihr Verlobter so ziemlich der größte Mistkerl, den es dort gibt, und Hauptmann der Dorfwache. Robyn tut sich schwer damit, sich in ihre Rolle als zukünftige Ehefrau von Hunter Wolfmounter und Mutter seiner Kinder einzufinden, was die Dorfbevölkerung darauf schiebt, dass sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist und daher nie vernünftig, also von einem Mann, erzogen wurde. Doch bis sie das Frauenbild, dass ihr das Leben im Dorf tief in die Wahrnehmung gebrannt hat, wirklich überkommen kann, ist es ein weiter und gefährlicher Weg.

Ich habe ich mich mit Nino Delias Roman anfangs recht schwer getan, die Geschichte braucht eine ganze Weile, bis sie wirklich Fahrt aufnimmt und man sich nicht mehr einfach nur über die größtenteils so naiven Frauen und selbstherrlichen Männer aufregt. Wirklich in ihren Bann gezogen hat mich die Geschichte erst als Gwen auftaucht, denn zwischen ihr und Robyn knistert es ganz ordentlich. Leider verbringt die Autorin nicht so viel Zeit damit, ihre Figuren und deren Beziehungen zu entwickeln, wie ich mir das gewünscht hätte. Alle Figuren, die Protagonistin und die Frau, in die sie sich verliebt, mit eingeschlossen, bleiben irgendwie unnahbar und das ist schade, denn nicht nur Robyn und Gwen, auch die anderen märcheninspirierten Damen in dieser Geschichte sind eigentlich ausgesprochen faszinierend.

Als die Maedchen zu Woelfen wurdenInsgesamt ist Nino Delias „Als die Mädchen zu Wölfen wurden“ kein schlechter Roman, aber ich denke, er hatte deutlich mehr Potential und hätte deutlich fesselnder sein können, wäre der Anfang nicht so schwerfällig gewesen und hätten die Figuren etwas mehr Raum zur Entwicklung bekommen. Hätte sein können, war aber nicht und so hat mir „Als die Mädchen zu Wölfen wurden: Von Helden, Bestien und anderen Märchen“ zwar durchaus ganz gut gefallen, restlos überzeugen konnte es mich aber nicht – und das trotz doppelten Bonuspunkten, weil es eine lesbische Märchenadaption ist.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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