Rezension zu Glück ist nichts für Feiglinge von Nicola Förg

„Glück ist nichts für Feiglinge“ ist der erste Roman von Nicola Förg, den ich gelesen habe, wobei ich vorher einiges positives über ihre Krimis gehört habe. Leider war dieser Roman dann doch eine nicht wirklich positive Überraschung, mit dem, was ich mir hier erwartet hatte, konnte es jedenfalls nicht mithalten. Im Grunde genommen konnte ich mit der Geschichte von Sonja, die auch der Suche nach Katze ihrem Nachbarn bis nach Island hinterher reist, nicht wirklich etwas anfangen, dafür war mir die ganze Sache zu platt und banal, mit einigen zwar interessanten aber unschön eingefügten Island-Infodumps.

Sonja lebt im bayrischen Mering, einem 13.000 Einwohner Kaff, ein ziemlich tristes Leben. Durch Zufall gerät sie an eine Katze und da sie nun mal ein Kontrollfreak ist, hängt sie Lady Goggo kurzerhand eine Catcam um. Fortan lebt Sonja quasi für ihre Catcam-Realitysoap und genießt in vollen Zügen die Einblicke, die die Katze ihr ins Leben ihrer Nachbarn eröffnet. Dabei gibt sie selbst zu, geradezu abhängig von diesen Videos zu sein und das ist sie auch, im Grunde nutzt sie die Videos, um sich abends in ihrem Wohnzimmer an den Ticks und Macken ihrer Nachbarn zu ergötzen und dann tagsüber besser mit ihrer Graue-Maus-Persönlichkeit leben zu können.

(An dieser Stelle der völlige Off-Topic Kommentar: Ich habe fast 45 Minuten für diese knapp 200 Worte gebraucht, weil ich bei jedem zweiten Wort lang und breit darüber nachdenken muss, was die deutsche Übersetzung für das ist, was ich gerade auf Englisch im Kopf habe, ich entschuldige mich also für die mangelnde Eloquenz 🙄)

Jedenfalls, Sonjas recht armseliges Leben, in dem sie sich von ihrer Chefin ebenso herumschubsen lässt wie von ihrer herrischen Nachbarin, gerät plötzlich völlig aus den Fugen, nachdem sie zuerst ihren Nachbarn bei einem vermeintlichen Mord beobachtet und dann Lady Goggo verschwindet – offenbar im Bus des besagten Nachbars, der unterwegs ist Richtung Island. Lange Rede, kurzer Sinn, ohne allzu viel eigenes Zutun findet sich Sonja plötzlich im Flieger nach Island wieder.

Ganz ehrlich? Sonja gibt über weite Teile des Buchs hinweg eine ziemlich traurige Figur ab und ich hatte ehrlich gesagt nicht das nötige Mitleid für sie übrig, das ich wohl gebraucht hätte, um wirklich mit ihr warm zu werden. Während sie ihrer Katze und einem vermeintlichen Frauenmörder hinterherjagt, trifft sie einen Haufen schräger Isländer, landet im Fernsehen und diskutiert mit Elfen. Zwischendrin gibt es eine Reihe infodumpartiger Abschnitte zu Islands Mythen und Legenden ebenso wie Landschaft und Bevölkerung – nicht wirklich elegant gemacht.

Alles in allem war Nicola Förgs „Glück ist nichts für Feiglinge“ wirklich nicht mein Fall, so lustig die Idee auch klang und so interessant ich Island finde, die Handlung in diesem Roman war mir zu banal, zu überzeichnet und abwechselnd zu langweilig und zu lächerlich. Schade, aber Nicola Förg wird wohl kaum meine neue Lieblingsautorin…

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: