Rezension zu Der Fluch der Spindel von Neil Gaiman & Chris Riddell

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich zu dieser Graphic Novel großartig schreiben soll. Eigentlich reichen zwei Worte voll und ganz, um sie zu beschreiben: Wunderschön & Märchenhaft. Okay, vielleicht könnte man noch zwei weitere Wörter hinzufügen: Absolut lesenswert! Und bei „lesenswert“ fällt mir auch direkt etwas ein, was man eigentlich erstmal klar stellen müsste:

Denn im Grunde genommen ist „Der Fluch der Spindel“ von Neil Gaiman gar keine Graphic Novel, sondern „nur“ ein illustriertes Märchen. Sicher, die Illustrationen von Chris Riddell sind zauberhaft, wenn auch vom Stil her etwas speziell, glänzen dafür aber auch noch mit edlen, goldenen Metalldruckelementen, aber sie sind nicht notwendig, um die Geschichte zu verstehen, sie haben einen ausschließlich dekorativen Wert.

So auch die große, doppelseitige Abbildung auf der die namenlose Königin, die mit Hilfe dreier Zwerge das Gebirge am Rande ihres Reichs über- bzw. eher unterquert, um das Nachbarkönigreich und vor allem dessen Prinzessin, von einem Schlaffluch zu befreien, besagte Prinzessin wach küsst. ABER, auch wenn diese Abbildung mit großer Wahrscheinlichkeit die ist, die einem beim ersten Durchblättern ins Auge fällt, dieses Märchen ist kein lesbischer Mischmasch aus Schneewittchen und Dornröschen. Stattdessen ist hier einfach vieles nicht so wie es auf den ersten Blick erscheint.

Aber, und auch das ist wichtig, es ist ein Märchen. Und das nicht nur, weil es den Stoff zweier Märchen mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors und dunkler Magie neu verwebt, sondern auch stilistisch gesehen: Die Geschichte ist kurz, die 72 Seiten Umfang erreicht das Buch lediglich wegen der großflächigen Illustrationen und dem wenigen Text pro Seite. Die Figuren sind zweidimensional, sie haben keine ausgefeilten Charakter, keine Ecken und Kanten, verborgenen Seiten. Die Handlung hat eine überraschende Wendung, ist sonst aber sehr gradlinig und nicht allzu komplex.

Trotzdem fand ich das Buch toll. Die Zeichnungen sind wie schon gesagt wunderschön, die Geschichte ist vielleicht recht simpel, dafür aber trotzdem sehr anders und überraschend. Mir hat Neil Gaimans „Der Fluch der Spindel“ mit seinen Illustrationen von Chris Riddell daher sehr gut gefallen und ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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