Rezension zu Hexenkuss von Nancy Holder & Debbie Viguié

Buchkritik:

Vor gut 600 Jahren wurden die Erben zweier alter magiebegabter französischer Familien verheiratet: Isabeau Cahors, in deren Familie die Magie stets über die weibliche Linie weitervererbt wird, und Jean Deveraux, Erbe eines mächtigen Hexergeschlechts.

Beide Familien befanden sich seit jeher im Krieg miteinander und so dient die Vermählung ihrer Kinder nur dem Zweck die Geheimnisse der jeweils anderen Familie auszuspionieren. Doch Isabeau und Jean verlieben sich in einander. Doch wie sollte es anders sein, das Glück bleibt den beiden verwehrt, sie sterben und ihre Seelen sind fortan auf Ewig auf der Suche nach einander.

Bei einem Rafting-Unfall während des Urlaubs verliert die junge Holly ihre Eltern und die beste Freundin. Als Vollwaise zieht sie daraufhin zu ihrer Tante, der Schwester ihres Vaters, und deren beiden Töchtern, von deren Existenz Holly bis dahin überhaupt nichts wusste, nach Seattle. Und wer hat es bis jetzt noch nicht erraten? Richtig, Holly ist sozusagen Isabeaus Reinkarnation. Und was darf dann nicht fehlen? Genau, Jeans Reinkarnation. Und wie sollte es anders sein, treibt sich auch der natürlich in Seattle rum und zwar in Form von Jer.

Angefangen hat das Buch ja noch ganz viel versprechend, Hollys Familienurlaub und das Unglück sind gut geschildert, die Charaktere wirken sympathisch und der Schreibstil ist angenehm. Doch danach geht einfach gar nichts mehr.

Es werden mehrere Handlungsstränge parallel erzählt: Isabeaus Geschichte, Jeans Geschichte, Hollys, Jers und die von Jers Vater und Hollys Tante. Die Übergänge dabei sind verwirrend, die einzelnen Handlungen, gerade die Teile, die die magischen Rituale schildern, schlecht ausgearbeitet, sodass sie beim Leser viele Fragen offen lassen, denn das Wissen, was die beiden Autorinnen bei ihren Recherchen über Wicca gesammelt haben, sind dem gewöhnlichen Leser wohl kaum zu eigen.

Abgesehen davon dass die Handlung sowieso schon ganz schön verwirrend ist, dauert es auch noch (gemessen an der Länge des Buchs) verdammt lange bis das ganze Vorgeplänkel (das eben nicht so aufschlussreich ist, wie es sein könnte und sollte) rum ist und Holly überhaupt erst erfährt, dass sie eine Hexe ist, dafür lernt sie dann praktisch in null Komma nichts mit ihren neu entdeckten Kräften umzugehen.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Holly und Jer ist, dafür dass sie angeblich seit über 600 Jahren durch eine ach so innige Liebe verbunden sind, wahnsinnig oberflächlich und wirkte auf mich furchtbar konstruiert, genau wie die Bösen in der Geschichte auch einfach nur böse waren und die Guten nur gut, was alles sehr gewollt rüber kam.

Dazu kommt noch, dass das Buch sich zwar an Leser ab 12 Jahren richtet, streckenweise aber doch sehr ins Detail geht, wenn es um Folter, Hinrichtungen und Menschenopfer geht, weshalb das Buch in meinen Augen für so junge Leser doch eher ungeeignet ist.

Fazit:

Nicht empfehlenswert. Ich habe deutlich mehr von dem Buch erwartet, aber meine Erwartungen wurden bitter enttäuscht und wäre das Buch nicht ein Rezensionsexemplar gewesen, ich hätte es nach den ersten 50 Seiten ins Regal gestellt und da verstauben lassen.

Das Cover:

Ich finde es jetzt nicht so schön und mit dem Inhalt hat es absolut gar nichts zu tun, aber es gibt definitiv hässlichere Cover.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Hexenkuss von Nancy Holder & Debbie Viguié”

  1. als großer buffy- und hexen-fan freue ich mich sehr über diese reihe. habe die ersten beiden bände im meinem sub, aber ncoh nciht gelesen.
    ich bin etwas irritiert, dass du nur einen stern vergeben hast, das ist echt hart. aber ihc werde selber lesen udn herausfinden, ob sich das buch lohnt…

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