Rezension zu Kristall der Macht von Monika Felten

Noelani ist Maor-Say, die Hüterin ihres Volks. Vor Urzeiten nutzte eine ihrer Vorgängerinnen ein Ritual, um den Dämon Luantar zu versteinern und seither ist es Aufgabe der Maor-Say den Kristallkreis und damit den Dämon zu bewachen. Doch plötzlich überzieht giftiger Nebel das Land und der Großteil von Noelanis Volk stirbt. Darunter auch ihre Zwillingsschwester Kaori, die allerdings ohne Noelani nicht ins Jenseits ziehen kann und somit in der Zwischenwelt gefangen ist. Die enge Bindung der Zwillinge, die Kaoris Seele den Eintritt ins Jenseits versagt, sorgt allerdings auch dafür, dass Noelani Kontakt zu ihrer verstorbenen Schwester aufbauen kann und so Dinge erfährt, die allem, was sie gelernt und woran sie geglaubt hat, widersprechen und ihre ganze Welt auf den Kopf stellen. Und ihr klar machen, dass sie eine weite Reise vor sich hat, wenn sie die Letzten ihres Volks retten möchte.

Monika Felten entführt ihre Leser bereits auf den ersten Seiten in ein fantastisches Reich, die Insel Nintau besticht durch einfühlsame Beschreibungen der Natur und ihrer Bewohner, die zwar nicht reich sind, aber doch alles haben, was sie zum Leben benötigen. Allerdings rührt der Zusammenhalt dieses Volks fast ausschließlich aus ihrem nahezu unerschütterlichen Glauben an die Magie der Maor-Say. Und als diese sie enttäuscht steht Noelani einem zornigen und zutiefst verwirrten und erschütterten Volk gegenüber. Einem Volk, das dringend einen Anführer braucht.

Die Autorin schafft damit die perfekte Voraussetzung für einen charakterorientierten Fantasyroman und genau darauf liegt in diesem Buch auch der Schwerpunkt. Auf den Charakteren, die Felten einfühlsam schildert und auf ihrer Entwicklung, besonders auf der Noelanis, die sich von einem schüchternen Mädchen, das gerade erst anfängt in ihre Rolle als Maor-Say hineinzuwachsen, zu einer charismatischen und willenstarken Führerin, die alles tut, um ihrem Volk eine neue Heimat zu bieten.

Wer einen actiongelandenen Fantasyroman voller knisternder Magie erwartet, wird sicherlich bitter enttäuscht sein von Feltens neuem Roman. Wer aber gerne charakterorientierte und gesellschaftskritische Romane mit fantastischem Touch liest, für den ist dieses Buch genau das richtige. Für mich fehlte noch das gewisse etwas, um dem Buch die volle Punktzahl geben zu können, aber nichts desto trotz ist es ein durch und durch empfehlenswerter Fantasyroman.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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