Rezension zu Das Schönste kommt zum Schluss von Monica McInerney

Okay, Weihnachten ist mittlerweile wirklich eindeutig vorbei, aber irgendwie habe ich trotzdem noch das eine oder andere weihnachtliche Buch hier herumliegen, darunter auch „Das Schönste kommt zum Schluss“ von Monica McInerney. Da das allerdings sowieso eher ein Familienroman/Chick-Lit mit weihnachtlicher Kulisse ist, macht das auch nichts weiter 😉

Im Zentrum der Geschichte steht Angela Gillespie, Ehefrau, Mutter und rundherum ziemlich frustriert. Und das bekommen ganz unerwartet ihre Familie, Freunde und Bekannte in der alljährlichen Weihnachtspost zu spüren, denn nachdem sich Angela einmal den Frust von der Seele geschrieben hat, verschickt sie die Mail versehentlich an all ihre Lieben und statt des fröhlich-kitschigen Jahresrückblick voller Erfolgsberichte und Familienfotos gibt es eine ausführliche Liste der Dinge, die Angela an ihrer Familie auszusetzen hat: Der Mann hat womöglich eine Affäre, die erwachsenen Töchter verhalten sich dümmer als jeder Teenager und das Nesthäckchen scheint in einer Fantasiewelt zu versinken. Als Angela dann auch noch nach einer Kopfverletzung an temporärer Amnesie leidet, ist das Chaos garantiert.

Ich muss sagen, ich fand Monica McInerneys Roman an sich nicht schlecht, die Idee war lustig, die Handlung an sich auch nicht uninteressant, aber ein paar der Charaktere sind mir einfach ziemlich auf die Nerven gegangen, vor allem Angelas Töchter, die zwar alle drei in den Dreißigern sind, sich aber trotzdem verhalten wie Kinder und absolut nicht überlebensfähig erscheinen, obwohl sie offenbar schon seit Jahren nicht mehr zuhause wohnen. Jedenfalls gehen ihre Leben quasi gleichzeitig den Bach runter und sie schlagen wieder im Hotel Mama auf, um dort ihre Mutter – und den Leser – zur Verzweiflung zu bringen.

Alles in allem eine ziemlich unterhaltsame Lektüre für kalte Wintertage, die sogar hier und da durchaus Tiefgang aufweist, trotzdem konnte mich Monica McInerneys „Das Schönste kommt zum Schluss“ nicht restlos überzeugen und ich würde es jetzt nicht unbedingt als Highlight bezeichnen. Aber wer einfach nur ein leicht zu lesendes Familiendrama mit einigem Humor sucht, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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