Rezension zu Anders geht immer von Mirjam Müntefering

Auf den ersten Blick haben sie außer ihrem Namen nichts gemeinsam: die 17 Jahre alte Lotta und die 70jährige Charlotte. Dementsprechend begeistert ist die Teeny-Göre dann auch, als sie kurzerhand zu ihrer Großtante abgeschoben wird. Eigentlich ist sie mit ihren 17 Jahren doch alt genug, um allein zuhause zu bleiben, während ihre Mutter der sieben Jahre älteren Schwester bei der Pflege der neugeborenen Drillinge hilft und ihr Vater auf Geschäftsreise ist – so zumindest ihre Meinung. Stattdessen muss sie die Zeit bis zu den Sommerferien nun halt mitten im Nirgendwo auf einem einsamen Hof in der Nähe des Kemnader Sees verbringen, gemeinsam mit einer Großtante, die sie sonst höchstens auf obligatorischen Familiengeburtstagen sieht – Langeweile ist da wohl vorprogrammiert. Und auch die Großtante selbst ist nach anfänglicher Euphorie nur mäßig begeistert von ihrer plötzlichen Mitbewohnerin – dabei war das Kind doch mal so süß…

Immer abwechselnd erzählt Mirjam Müntefering in „Anders geht immer“ aus den Perspektiven von Lotta und Charlotte, davon wie sich diese beiden so verschiedenen Figuren und ihre Leben immer näher kommen und dabei beide vor unerwartete Herausforderungen gestellt werden. Dabei haben die beiden Frauen gänzlich unterschiedliche „Stimmen“: So triefen Lottas Abschnitte nur so vor jugendlicher Umgangssprache und Teeny-Drama, wirken dabei aber erfreulicherweise nicht nervig sondern stattdessen erstaunlich authentisch. Den Kapitel aus Charlottes Sicht hingegen merkt man schon an der Sprache und Ausdrucksweise an, dass sie älter und „reifer“ ist – dabei aber nicht verstaubt und trocken. Und trotz aller Unterschiede haben das 17jährige Teenygör und die Öko-Großtante erstaunlich viel gemeinsam – vor allem sind sie beide wahnsinnig sympathisch.

In „Anders geht immer“ stoßen zwei gänzlich unterschiedliche Generationen aufeinander, deren Leben nicht nur von einander sondern auch von alten und neuen Bekanntschaften ordentlich aufgemischt werden, die von ihrer Vergangenheit eingeholt und mit einer ganz ungeplanten Zukunft konfrontiert werden. Das alles verpackt Autorin Mirjam Müntefering in eine wirklich unterhaltsame, humorvolle Geschichte, die man gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Mich jedenfalls konnte sie damit voll und ganz überzeugen – und das obwohl ich bislang so absolut gar nichts mit ihren Romanen anfangen konnte, ganz im Gegenteil.

Alles in allem ein wunderbarer Roman, den ich nur empfehlen kann 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Anders geht immer von Mirjam Müntefering”

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