Rezension zu Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis

Das perfekte Buch für einen entspannten spannnenden Lesenachmittag in der Badewanne – man bekommt auch nur ein minimal schlechtes Gewissen 😀

Mindy McGinnis‘ „Bis zum letzten Tropfen“ ist eine dystopisch angehauchte Geschichte mit einer wirklich interessanten Thematik – dem Mangel sauberen Trinkwassers und dem daraus resultierenden Zusammenbruch der Gesellschaft -, die für meinen Geschmack leider einfach etwas zu langsam war.

Im Grunde genommen geht es in dieser Geschichte vor allem um eins, nämlich um die Entwicklung von Protagonistin Lynn. Das dystopische Setting ist dabei mehr ein stilistisches Mittel, mit dem sich Lynns weltfremde, kalte Art zu Beginn der Erzählung erklären lässt, als ein wirklich handlungstragendes Element.

Und die Inhaltsangabe zu diesem Buch ist, gelinde gesagt, irreführend, denn so wirklich stimmt das alles irgendwie nicht. Ja, sauberes Trinkwasser ist in Lynns Welt wohl das wertvollste aller Güter. Aber sonst passt die Inhaltsangabe eher begrenzt gut zu dem, was tatsächlich geschieht, denn „in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen“ ist nicht wirklich das, was Lynn hier tut. Auch wenn sie im Laufe der Geschichte lernt, dass sie nicht alles im Alleingang meistern kann und es sie nicht umbringt hin und wieder mal Menschen in ihr Leben zu lassen und sich von diesen helfen zu lassen, ist sie nicht wirklich die Hilfesuchende in diesem Buch – und selbst wenn, es gibt keine „umliegenden Siedlungen“, in denen sie Hilfe suchen könnte…

Die Geschichte ist, wie gesagt, sehr langsam, es passiert nicht wirklich viel und das meiste sind nur alltägliche Routinehandlungen, denn der Großteil des Geschehens spielt sich, wie schon gesagt, wirklich nur IN Lynn ab, ihr Charakterwandel ist eindeutig das tragende Element der Geschichte. Zum Ende hin für eben dieser Charakterwandel dann allerdings doch noch zu wenigstens etwas Action – die wirkt dann allerdings sehr gedrängt, übereilt abgehandelt auf einigen wenigen Seiten, die in keinem Verhältnis zum restlichen Buch stehen.

Insgesamt hatte ich so meine Probeme mit dem Tempo, denn auch wenn ich es durchaus interessant fand, wie Lynn sich hier entwickelt hat, war diese Entwicklung in meinen Augen nicht gut genug umgesetzt, um das langsame Tempo zu rechtfertigen und das Ende fühlte sich einfach abgehackt an.

Alles in allem eine gute Idee, eine ganz gelungene Umsetzung mit durchaus nicht unsympathischen Charakteren, auch wenn diese – bis auf Lynn – sehr blass geblieben sind, nur das Tempo hätte höher sein können.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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